Zitat des Tages (38)

Es giebt n u r ein perspektivisches Sehen, n u r ein perspektivisches ‘Erkennen’; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Wort kommen lassen, je mehr Augen, verschiedne Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser ‘Begriff’ dieser Sache, unsre ‘Objektivität’ sein.

Friedrich Nietzsche, Genealogie der Moral

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2 comments


  1. Agent Fishgang

    Aaaargggh! Immer dieser Nietzsche. Ähnliches Kaliber wie Hegel oder Kant. Die versteht kein Mensch ohne Sekundärliteratur oder minutenlanges Nachdenken über einen einzigen Satz. Trotzdem denke ich, dass ich den inneren Gag erfasst habe.
    Das ist im Übrigen etwas, das in den vergangenen Jahren vor allem in der Methodenlehre vielfach diskutiert und verbessert wurde – nennt sich dann Triangulation. Mehrere Methoden, Meinungen, Forscher, Theorien auf einen Untersuchungsgegenstand ansetzen, um ihn besser zu verstehen.

    • Interessant ist auch, dass Kant eine sehr sehr ähnliche Auffassung zum Thema “Objektivität” hatte.

      Ansonsten hast du allerdings Recht. Ich habe vor ein paar Wochen in den Tractatus logico-philosophicus von Wittgenstein reingelesen (die philosophischen Untersuchungen kenne ich größtenteils schon) und auch hier: zum Teil minutenlanges Nachdenken über einen Satz.
      Dabei ist es aber nicht immer ein ratloses Rätseln, sondern auch ein Prüfen auf Sinnhaftigkeit und Korrektheit der Aussagen.

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