Orientierung ist Bedingung allen Lebens, wir kommen nicht hinter sie zurück und nicht über sie hinaus. Orientierung vollzieht sich in einem Selbstbezug, der sich laufend erneuert, und alles, was wir über sie sagen können, setzt sie schon, in Gestalt sprachlicher Orientierung, voraus. Wir bewegen uns in einem Orientierungszirkel, in dem wir lernen, uns sachlich und sprachlich weiterzuorientieren, über den wir uns aber nie erheben, den wir nie von außen beobachten können. Und dabei handelt es sich zunächst immer um die Orientierung des Einzelnen in seiner Situation, die anders ist als jede andere.
Werner Stegmaier: Orientierung, S.9 (Vorwort)

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Ich verstehe das Zitat nicht.
Was ist damit gemeint, “hinter” oder “über” Orientierung zu kommen? Was “setzt” Orientierung voraus – es ist doch etwas Abstraktes? Was soll ein Orientierungszirkel sein? Was ist unter “Weiterorientierung” zu verstehen?
Fragen über Fragen…
Das ist es, was Stegmaier mit Orientierung meint: Du kennst dich nicht aus, weißt nicht, was die Worte bedeuten. Konkret erläutern kann ich “hinter” und “über” auch nicht, weil es für mich klare Vokabeln sind, bei denen sich keine Frage nach der Bedeutung stellt.
“Weiterorientierung” bedeutet, dass du dich immer wieder neu orientierst. Du nutzt deine neu gewonnene Orientierung, um dich in anderen Bereichen orientieren zu können. Das ist z.B. was du im Studium machst: Du lernst aufeinander aufbauende Dinge.
Und daher ist es ein Orientierungszirkel: Man orientiert sich, um sich wieder orientieren zu können.
Ansonsten muss man einfach das Buch von Stegmaier lesen, wenn dir das nicht ausreicht.
Ich denke, bei der Formulierung ist es einfach notwendig, klar einzuordnen, was man mit obigen Begriffen meint. Dass es nicht vollkommen exakt bzw. allgemeingültig möglich ist (auf Grund der Subjektivität der Gedanken und der sprachlichen Ungenauigkeit), ist klar, sollte aber nicht als Argument dienen, eine genauere Definition zu unterlassen. Wie definiert Stegmaier denn den Begriff “Orientierung”?
Lies das Buch, dann weißt du’s. Ich kann die Definition nicht zitieren.
Oder: Frag’ ihn selbst!
stegmai@uni-greifswald.de