Volker Pispers über die Schulden der neuen Bundesregierung

Ich weiß nicht, ob ihr euch noch erinnert, aber letzte und vorletzte Woche schrieb ich, dass die neue Bundesregierung mit Schattenhaushalten, exorbitanter Neuverschuldung und anderen Geschichten hantiert. Im Zuge dessen, stellte ich in den Raum, dass die jetzigen Initiatoren dieser Maßnahmen bei ähnlichen Vorhaben einer fiktiven rot-rot-grünen (oder rot-roten) Koalition Sturm laufen würde. Nun, Volker Pispers scheint mir Recht zu geben – erweitert den Blickwinkel aber noch. Hört’s euch an:

WDR 2 Kabaratt – Volker Pispers (03.11.2009)

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Politik, Wirtschaft & Gesellschaft , , , , ,

4 comments


  1. Pispers hat, wie fast immer, Recht. Der politische Verstand verschwindet zunehmend ins politische Kabarett.

  2. Akim

    Pispers kann in vielen Auftritten überzeugen. Man sollte aber auch immer bedenken, dass er im Kabarett die Möglichkeit hat, einseitig und mit allen Mitteln der Rhetorik Sachverhalte darzustellen bzw. die Perspektive zu verzerren. Dies beherrscht er auf hohem Niveau und viele Politiker praktizieren übrigens das Gleiche. Nur ist die Frage danach, wer in den politischen Fragen “Recht” hat und wer nicht, kaum zufriedenstellend zu beantworten. Es ist ein Wettstreit der Meinungen, weniger der Argumente.
    Dass Pispers durch seine Vortragsart vielen Zuhörern gefällt, ändert jedoch nichts an der tatsächlichen Schwierigkeit anstehender Probleme. Im politischen Kabarett werden getroffene Entscheidungen gern als grundsätzliche Dummheiten dargestellt; doch das ist meiner Meinung nach eher als konstruktiv gedachter Gegenpol zur Regierungsmeinung zu verstehen, weniger als unverfälschte Analyse.

    Ich mag Pispers, aber das Beispiel der Schulden auf Bundesebene wurde wieder einmal zu oberflächlich dargestellt. Ich wiederhole mich: Die Hausfrauenlogik greift bei makroökonomischen Fragestellungen nicht mehr.

    • Was ich versuchte und was Pispers hier (vermutlich) ausdrücken will, ist die Bigotterie der Politiker. Wenn sie selbst eine Maßnahme beschließen, ist sie gut und notwendig. Wenn der Gegner die gleiche beschließt, zeugt das von seinem Unverständnis.
      Das ist einfach nicht das, wie man es sich vorstellt, wenn man davon ausgeht, dass das Parlament auf das beste für das Volk abzielt.

  3. Akim

    Das sehe ich nicht ganz so. Die Opposition hat den Auftrag, die Arbeit der Regierung kritisch zu beurteilen; d.h., sie steht unmittelbar in der Pflicht dazu. Das ist ebenfalls konstruktiv zu verstehen – insbesondere im Hinblick auf die Erhaltung demokratischer Prinzipien.
    Zweitens besteht für ambitionierte Politiker natürlich der Anreiz, die eigene Reputation bzw. die der angehörenden Partei auf Kosten der anderen zu verbessern – dieser ist indirekt systembedingt, aber nicht zwingend notwendig.

    Zitat: “Wenn der Gegner die gleiche beschließt, zeugt das von seinem Unverständnis.”
    Falsch. Was der Mensch sagt und dabei tatsächlich denkt, muss sich nicht decken. Das ist keine Neuheit und beschränkt sich keineswegs auf Politiker.
    Noch einmal: Die Politiker haben nicht den Auftrag, in ihrem Sachgebiet entsprechende Kompetenz zu besitzen bzw. aufzubauen und diese dann rational dem Gemeinwohl zugute einzusetzen.
    Das hätten viele gern (z.T. zurecht meines Erachtens) und behaupten sogar, dass es bereits so wäre, aber das System ist nun mal faktisch ein anderes.

    Was das “Beste” für das Volk ist, lässt sich selbstverständlich nicht ermitteln (da ohnehin keine gemeinsame “Sprache” für diese Fragestellung existiert) – das ist euch/dir klar. Daraus folgt allerdings auch, dass eine Gewährleistung einer dem Gemeinwohl nach orientierten Politik schlichtweg unmöglich ist. Du schreibst: “wie man es sich vorstellt”; ich denke, es sollte heißen: ‘wie ich es mir vorstelle’.

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