Tagesschau.de – Die Piratenpartei füllt ein Angebotsvakuum
Sehr interessant ist die Einschätzung von Jörg Schönenborn, dass er gute Organisationsansätze bei der Piratenpartei sieht. Andererseits zeigt er natürlich auch noch Probleme auf, wie ein mögliches Abflauen der Politikbegeisterung, Monothematik und anderes. Aber es ist sehr spannend, die Einschätzung von jemandem zu lesen, der sich mit Politik, Parteien und der Medienlandschaft auskennt.
Als Zitat mal ein Statement zur 5-Prozent-Hürde:
Die Bundestagswahl ist selbst bei schlechter Wahlbeteiligung eine Wahl mit 45 Millionen Wählern. Das heißt, um fünf Prozent der Stimmen zu erreichen, braucht eine Partei rund 2,5 Millionen Wähler oder mehr. Das sind zehn Mal so viele Stimmen, wie die Piratenpartei bei der Europawahl gehabt hat. Das ist eine gigantische Zahl, die man aus dem Stand eigentlich nicht erreichen kann.
Schönenborn mag durchaus Recht haben, dass 2,5 Millionen Stimmen viel sind. Doch sehe ich gerade im Internet ein starkes Wachstumspotential, zumindest, was die Partei-Sympathisanten angeht. Es müssen ja nicht gleich Mitglieder sein. Wir dürfen weiter gespannt sein.

Die Piratenpartei hat nicht nur ein 5-Prozent-Problem, sie hat auch ein Ta-Thi-Problem.
Was ist ein Ta-Thi-Problem?
@Lucien:
Das ist so ähnlich wie das Bo-Fen-Problem, nur mit weniger Erbsen, aber dafür mit mehr Verpackung.
Gedankenpflug meint das Problem Jörg Tauss und Bodo Thiesen. Jörg Tauss dürfte bekannt sein.
Bodo Thiesen ist ein “Querdenker”, wie er sich selbst bezeichnet. Er hat “eine von der Lehrmeinung abweichende Meinung von Geschichte”, besonders in Bezug auf das Dritte Reich. Andere könnten ihn leicht als Holocaust-Leugner sehen (mein eigenes Urteil ist nicht ganz so klar) – deshalb läuft gegen ihn auch schon das Amtsenthebungs- und Ausschlussverfahren. Oder zumindest sind beide vom Vorstand der Partei angestoßen worden.