Posts Tagged ‘Tier’

Papagei wird Regierungssprecher für Naturschutz

Addliss | 4. Februar 2010 in all | Kommentare (0)

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In Neuseeland hat der Premierminister John Key den Papageien “Sirocco” zum Regierungssprecher für Naturerhalt ernannt. Sirocco gehört der Papageienart Kakapo an. Diese ist in Neuseeland endemisch und seit mehreren Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. 1995 zählte man noch 51 Tiere. Heute seien es 124. Daher sei das Tier ein besonders guter Vertreter für den Naturschutz1, so John Key. Sirocco wurde im letzten Jahr während einer BBC-Dokumentation “Last Chance To See” gesichtet und machte sich über den Kopf eines Reporter her – er versuchte sich zu paaren.

via [shortnews]

Nun, vielleicht mag es Symbolpolitik sein, aber ich finde es sympathisch, dass man Politik auch einmal so locker nehmen kann. In Deutschland wäre das vielleicht nicht möglich oder man würde irgendein dämliches Tier nehmen, das für den Tierschutz stehen soll. Den Bären beispielsweise – wie wäre es mit “Bruno“, den man 2006 mal eben erschossen hat? :-|

  1. “conservation” aus dem Englischen ist schwer übersetzbar. Es meint eher Naturerhalt, aber im Deutschen ist eher das Wort “Naturschutz” üblich. []

Affe ist mit Zufall erfolgreicher als strategische Spekulanten

Addliss | 12. Januar 2010 in all | Kommentare (0)

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In diesem Artikel schildert “Russland Aktuell”, wie ein weiblicher russischer Affe namens Luscha an einem Experiment teilnahm und dort erfolgreicher an der Börse spekulierte als jahrelang in der Branche tätige Analysten und Spekulanten. Dazu wählte Luscha aus 30 bunten Würfeln, die für bestimmte Aktien standen, acht aus. Das Ganze ging ein Jahr lang und nun beträgt das Vermögen von anfänglich 1 Million Rubel auf knappe 3 Millionen. Damit ist dieser “Fond” erfolgreicher als 94 Prozent der gesamten russischen Fonds. Interessant dabei ist zu betrachten, warum der Affe erfolgreicher sein konnte, dazu gibt es mehrere Faktoren, die ich nur stichpunkartig aufführen werde. Natürlich sind das auch nicht wissenschaftliche Erkenntnisse meinerseits.

Zunächst möchte ich auch noch voranstellen, dass das Experiment nicht wirklich viel von “Spekulation” hatte, da dem Affen bunte Würfel vorgelegt wurden und nicht dazu aufgefordert, Aktien zu kaufen. Dies beinhaltet wirklich noch etwas mehr als nur Würfel auszuwählen. Allerdings lässt es eventuell Kritik an Analysten-Strategien zu und stellt die Frage in den Raum, wie strategisch man bei der Börse wirklich vorgehen kann. Dazu später etwas mehr.

1) Im letzten Jahr waren die Aktienkurse extrem unberechenbar, soweit ich mitbekommen habe. Insofern lässt sich der Erfolg des Affen z.T. als “Zufall” verbuchen. Gerade dann hätte man mit einer anderen zufälligen Zusammenstellung der Aktien ein anderes Ergebnis erzielt.

2) Im Text steht schon:

Die Bärenmakakin verteilte ihr Kapital sehr „geschickt“ zwischen staatlichen und privaten Unternehmen und setzte dabei zugleich auf Rohstoffförderung (plus 150 Prozent), Telekommunikation (plus 240 Prozent) und den Bankensektor (plus 600 Prozent).

Eine Streuung des Risikos und Aufteilung auf private und staatliche Unternehmen wird grundsätzlich empfohlen, sofern ich mich mit Aktienfonds auskenne. Daher ist es keine Überraschung, dass das Tier so erfolgreich war. Warum allerdings die Makler etc. nicht ähnliche Zusammenstellungen gewählt haben, wundert mich doch, da sie selbst doch ständig diese Tipps geben.

3) Wie ist es mit dynamischen Systemen? Ist die Börse ein dynamisches System? Kann man hier überhaupt strategisch vorgehen? Wenn man die letzten beiden Fragen verneint, kann man vielleicht eher davon ausgehen, dass die Börse psychologisch angegangen werden kann. Was denken die anderen, was als nächstes gefragt sein könnte? Wovon glauben die anderen, dass es demnächst einen Aufschwung erfährt? Wo steigt der Preis der Aktien wohl als nächstes? Das ist vielmehr psychologisch als rein strategisch.

Mathematiker und Studenten in den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern (VWL, BWL etc.) haben z.T. explizit Veranstaltungen zu dynamischen Systemen und versuchen diese mit Formeln zu durchdringen. Ich bin auch fasziniert davon, wie sich in übergeordneten Zusammenhängen immer wieder erkennbare Muster einschleichen. Allerdings stelle ich in Frage, dass gerade die Börse, die so psychologisch durchdrungen ist, grundlegend als dynamisches System aufzufassen ist. Aus dieser Perspektive ist der Erfolg von Luscha nun wiederum “Zufall”, da berechnende Strategien vielleicht nicht immer funktionieren. Und hier hat sie mit der zufälligen Methode zufällig die richtige Auswahl getroffen.

Allerdings stellt sich dann wieder die Frage, warum Analysten und Makler solch hohe Gehälter und Boni erhalten, wenn man mit dem Zufall gleich gute, bessere oder gleich schlechte Ergebnisse erzielen kann. Witzig ist ebenfalls die Stellungnahme einiger Analysten:

„Anfängerglück“. Wäre das Experiment ein Jahr früher gelaufen, als die Aktienkurse noch hoch lagen, hätte die Makakin sich kaum ihre Bananenration fürs laufende Jahr verdient, meinen sie.

Das ist eine schöne, sehr menschliche Trotzreaktion.


Natur im Fraktalfilter

Addliss | 29. Oktober 2009 in all | Kommentare (4)

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1898 veröffentlichte Ernst Haeckel, ein wichtiger Verbreiter der Darwinistischen Theorien in Deutschland – aber auch ein von den NS-Ideologen zur Begründung missbrauchter Zoologe – sein Buch “Kunstformen der Natur”. Darin zeigte er nicht nur Abbildungen von Tieren, sondern beschreibt ihre Form in Worten. Dazu stellt er auch ihre Kunstfülle und Vielfalt heraus, was sich auch in Abbildungen widerspiegelt.

Haeckel - Kunstformen der Natur (Beispiel)Quelle: flickr

Das Buch wurde vor einiger Zeit bei flickr vollständig online gestellt – die Urheberrechte dafür sind nämlich abgelaufen (Ernst Haeckel starb 1919). Die Bilder dieses Buches wurden von einem Künstler nun durch das PlugIn Fractal Explorer gefiltert und ergeben so wieder andere, ebenso kunstvolle Darstellungen:

Haeckel_Thalamphora-1_full

Haeckel_Ascomycetes-5_full

Haeckel_Phaeodaria-2_full

Solche Bilder zeigen mir immer wieder, dass Technik nicht von vornherein verteufelt werden darf – man muss hier differenzieren. Ohne technische Hilfsmittel wären solch schöne und anregende Bilder aber nicht möglich. Schaut euch mal die ganze Sammlung an!

via [Nerdcore 1] [Nerdcore 2]