Posts Tagged ‘Bundestagswahl’

Über Wölfe und Schafe

Addliss | 3. März 2010 in all | Kommentare (4)

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Malte Welding übt harsche Kritik an der politischen Praxis, bewusste Grundgesetz-Missachtung nicht zu ahnden. Er hält den Vorstoß v.a. Schäubles (der aber von allen wichtigen Politikern unterstützt worden wäre) mit der Vorratsdatenspeicherung für geplante Missachtung der grundgesetzlichen Vorgaben. Man hätte ein Präventionsstrafrecht einführen wollen, so Malte.

Problematisch sieht er nun, dass die gleichen Politiker jetzt damit beauftragt würden, das Gesetz neu auszuarbeiten, nachzubessern. Er nennt diese Politiker Wölfe, die uns, das Volk, die Schafe, beaufsichtigen. Zudem hält er den Richtervorbehalt für ein Scheinhindernis: Er setzt nicht viel Vertrauen darin, dass Richter die Anfragen von Staatsanwaltschaften wirklich prüften.

Das ist ein Beleg für das erschütterte Vertrauen in den Rechtsstaat in Deutschland. Nicht wenige Menschen glauben, dass nicht mehr Recht gesprochen wird oder die Polizei keine besondere Rechte genießen sollte. Vielmehr haben sie das Gefühl, dass der Staat vor allem kontrolliert, schikaniert, Schuldige laufen lässt und kein Augenmaß bei der Verabschiedung neuer Gesetze beweist, ja sich sogar bewusst gegen den Rechtsstaat stellt. Ich kann dies ein wenig nachvollziehen, denn manchmal hat man wirklich das Gefühl, dass sehr seltsame Maßstäbe angelegt werden, nicht nur im Rechtsstaat. Wenn Steuerhinterzieher mit einer Zahlung einer Pauschalsumme straffrei bleiben, Politiker wegen Flugmeilen-Affären gehen müssen, aber nicht für Straftaten oder andere als Vizekanzler die arbeitslosen Menschen in Deutschland niedermachen und dafür Beifall bekommen.

Dort ergeben sich allerdings Fragen, die man beantworten muss. Zum Beispiel: Wer wird noch Politiker in Deutschland, wenn er für verfassungswidrige Gesetzesvorlagen entlassen wird oder gar bestraft? Woran macht man fest, wann ein Gesetz “bewusst” verfassungswidrig ist? Könnte es nicht passieren, dass jemand ein Gesetz nicht so gut ausarbeitet, aber keine Verfassungswidrigkeit intendiert, sie ihm jedoch im Nachhinein unterstellt wird?

Wen möchtest du beauftragen, das aktuelle Gesetzesvorhaben neu zu formulieren bzw. umzuarbeiten? Wer möchte das machen?

Man mag sagen: “Das ist nicht mein Job.” Aber ich erwidere: Doch, es ist unser Job. Wir leben in einer Demokratie und dort haben wir als Volk die Aufgabe, zu entscheiden, wer Gesetzesvorhaben umsetzt. Durch Wahlen. Sicherlich: So wie du, Malte, habe auch ich weder FDP noch CDU gewählt, und hätte es ein Feld mit “Auf keinen Fall den Schäuble als Minister” gegeben, hätte ich dort ein Kreuz mit knallroten Pfeilen drumrum und fünf Ausrufezeichen gemalt. Doch scheinbar hielten die Menschen das liberale und das konservative Lager am geeignetsten, uns in den nächsten Jahren zu regieren.1 Das muss man akzeptieren – an dem politischen System, die gleichen Menschen wieder zu beauftragen, würde ich aber nichts ändern wollen. Dennoch sei dir natürlich zugestanden, Kritik an Schäuble oder anderen Politikern, die sich nicht am Grundgesetz orientieren, zu üben.

  1. Wie gut das klappt, sieht man ja an den offenen Streitereien von Anfang an. []

Sächsischer Landesverband der FU fordert ein Verbot der eigenen Partei

Addliss | 7. Dezember 2009 in all | Kommentare (0)

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Die Freie Union ist den Wählern hauptsächlich durch eine, peinliche Frau bekannt: Gabriele Pauli. Schon während des Bundestagswahlkampfes fiel die Partei durch einige Querelen unter den Mitgliedern, gerade in der Parteispitze, auf. Es gab offene Rebellion, Parteiaustritte und -ausschlüsse.

Nun melden eine Gruppe der ehemaligen Parteispitze – die ehemaligen Vizechefs Josef Brunner, Heike Seise und Peter Frühwald – sowie Bundesschriftführer Daniel Schreiner in einem Brief ans Innenministerium die Verfassungswidrigkeit der Freien Union. Grund sind u.a. Amtsenthebungen und Parteiausschlüsse seitens Gabriele Pauli nur per E-Mail. Die Satzung sieht den gedruckten Schriftsatz als Voraussetzung für die Gültigkeit vor. Weitere Gründe liegen beim Führungsstil der Parteichefin – die auch dort offen die eigene Satzung missachtet.

Der sächsische Landesverband will heute eine Pressekonferenz halten, indem über eine Neugründung einer Partei gesprochen wird. Jedoch wolle man sich zunächst Zeit lassen zu analysieren, so Matthias Günkel.

Welt Online | Mitglieder von Paulis Freier Union wollen Verbot der eigenen Partei


Merkel vertraut Schäuble

Addliss | 27. Oktober 2009 in all | Kommentare (4)

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Nun, da ich ja schon bei Twitter kurz anmerkte, dass die Kabinettsbesetzung auf mich irgendwie wirkt wie: “Wer will nochmal, wer hat noch nicht?”, kommt nun eine kleine Spitze eines niederländischen Journalisten bei einer Pressekonferenz mit Horst Seehofer, Guido Westerwelle und Angela Merkel:

Schon bemerkenswert, wie Merkel auf diese kritische Frage reagiert. René von Nerdcore und seine Kommentatoren beschreiben es schon richtig: Für Merkel ist Schäuble vertrauenswürdig, da sie in seine Aktivitäten eingeweiht wird. Und wenn Parteispenden mal wieder verschwinden o.ä. bleibt es ja “in der Familie”.

Ich weiß nicht, was hier eigentlich los ist: Pressekonferenzen sind doch eigentlich dazu da, dass die Presse Fragen stellen kann. Wenn dann diese Fragen mit kurzen Antworten abgebügelt werden, in denen ganz deutlich klar gemacht wird, dass man eine unerwünschte Frage gestellt hat, macht das alles keinen Sinn mehr! Zudem: Solch eine Kritik trägt zur politischen Willensbildung bei und das ist es doch, was die Politiker eigentlich wollen sollten. Wenn man Menschen abweist, die sich an der Politik interessieren und darüber diskutieren wollen, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich in diesem Land der viel zitierte Politikverdruss immer weiter verbreitet.

via [Nerdcore]


BigBrother-Award 2009 für Ursula von der Leyen

Addliss | 17. Oktober 2009 in all | Kommentare (0)

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Ich kannte ihn nicht, aber es ist keine schlechte Idee: Der BigBrother-Award. Wozu er da ist, kann sich jeder wohl selbst denken.

In der Kategorie Politik geht er dieses Jahr an Ursula von der Leyen, Familienministerin und so. Die ganze Laudatio von Alvar Freude:

Der BigBrotherAward 2009 in der Kategorie „Politik“ geht an

Dr. Ursula von der Leyen,
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Sie hat innerhalb der letzten zwölf Monate ein System zur Inhaltskontrolle im Internet vorangetrieben, das zu einer Technik von orwellschen Ausmaßen heranwachsen kann.

Kaum ein Thema ließ in den vergangenen Monaten die Emotionen so hochkochen wie die Pläne Ursula von der Leyens, den Zugang zu bestimmten Inhalten im Internet zu blockieren. Damit wollte sie die Darstellung sexuellen Missbrauchs von Kindern unterbinden. Ein hehres Ziel, wie könnte man schon dagegen sein?

Es gibt zwei Gründe, aus denen man dagegen sein muss.

Erstens: Die Sperren sind für die erklärten Ziele, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen und die Verbreitung entsprechender Darstellungen zu vermindern, nicht nur untauglich, sondern sogar kontraproduktiv. Gleichzeitig gäbe es bessere und wirksamere Methoden, die freilich im Wahlkampf nicht so viel Aufmerksamkeit erzeugen.

Zweitens: Die Sperren etablieren eine technische Infrastruktur zur Internet-Zensur, die in der Lage ist, beliebige Inhalte zu kontrollieren und blockieren. Es entstünde ein allgegenwärtiges Überwachungsinstrument. Dies greift nicht nur in unsere freiheitlich-demokratischen Grundrechte ein, sondern ist auch ein erster Schritt der Politik, sich den virtuellen Raum Internet zu unterwerfen.

Aber schauen wir kurz zurück.

Ende November vergangenen Jahres fand in Rio de Janeiro der 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen statt. Im Vorfeld wurde von verschiedenen Organisationen ein umfangreicher Forderungskatalog präsentiert. Aus diesem Katalog hat sich Ursula von der Leyen einen Punkt herausgepickt: die Blockade von Webseiten mit einem plakativen Stopp-Schild. Dabei werden die Inhalte nicht entfernt. Sie werden nur versteckt. So wenig, wie ich verschwinde, wenn mir jemand ein Stopp-Schild vors Gesicht hält, genauso wenig verschwinden Webseiten auf diese Weise.

Wochenlang zog nun Ursula von der Leyen von Wahlkampfauftritt zu Wahlkampfauftritt und berichtete von unfassbaren Taten, denen im Internet jeder einfach zusehen könne. Ein emotionales Thema, das alle bewegt. Und als selbsternannte Heilsbringerin hat sie die vermeintliche Lösung: Internet-Blockaden. Doch von ihren Begründungen für diese Maßnahme hält kaum etwas einer Überprüfung stand: nicht die angeblichen Milliardenumsätze, nicht die offene Zugänglichkeit für jedermann und vor allem nicht die Wirksamkeit der Stoppschilder, die sie als Maßnahme gegen den Missbrauch anpreist. Die Bundesregierung musste in einer Stellungnahme einräumen, keine genauen Kenntnisse über den gesamten Themenbereich zu haben. Nicht über die Verbreitungswege, die Ursprungsländer oder die Umsätze beim oft zitierten massenhaften kommerziellen Vertrieb.

So behauptete die Ministerin, Kinderpornografie im Internet werde beispielsweise aus Indien verbreitet, sei dort nicht verboten und man könne daher dort auch nicht dagegen vorgehen – deshalb bliebe nur die Blockade in Deutschland. Hier musste sie wenige Tage später nach Protesten Indiens zurückrudern, denn Kinderpornografie ist in Indien schon lange verboten. Nun behauptet sie, entsprechende Bilder und Videos würden ohne Möglichkeiten der Rechtsdurchsetzung über irgendwelche Bananenrepubliken verbreitet, die so genannten „failed states“. Dass dies falsch ist, die einschlägigen Server mehrheitlich in den USA und Westeuropa einschließlich Deutschland stehen und in „failed states“ kein einziger, ficht sie dabei nicht an.

Die Entfernung der Inhalte wäre also möglich, Ursula von der Leyen versteckt sie aber lieber notdürftig. Sie ist somit diejenige, die weiter die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern duldet. Sie ist diejenige, die nicht einschreitet. Sie tut nichts, sondern hält lediglich einen Vorhang davor und lässt die Täter weiter agieren. Und sie benutzt das Leid der Kinder – für ihren Wahlkampf und zur Errichtung einer allgemeinen Internet-Zensur- und Kontroll-Infrastruktur.

Jetzt könnte man sagen: In der Politik wird eben auch mal plakativ mit Symbolen gespielt, das ist in Wahlkampfzeiten kaum zu vermeiden. Nicht zuletzt hat Wolfgang Schäuble letzte Woche zugegeben, dass es primär um Wahlkampf ging.

Doch der entscheidende Punkt für unsere Kritik an den Sperrplänen ist nicht einmal, dass sie wirkungslos sind oder dass mit ihnen auf populistische Art Stimmenfang betrieben wird.

Das Entscheidende und wirklich gefährliche sind die Nebenwirkungen. Das BKA soll geheime Sperrlisten führen, die keiner rechtsstaatlichen Kontrolle unterworfen sind. Die Exekutive bestimmt, was auf einer Verbotsliste steht, die Liste wird geheim gehalten und eine Kontrolle durch die Judikative findet nicht statt. Im Gesetz ist zwar ein Gremium vorgesehen, das die Listen nachträglich kontrollieren soll. Aber dieses Gremium wird kaum in jedem Einzelfall prüfen können, ob das BKA alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft hat oder im Land des Anbieters keine Löschung durchsetzbar ist, ob also die im Gesetz verlangte Bedingung erfüllt ist, um einen Sperreintrag in die Liste aufzunehmen.

Für die Blockaden müssen die Internet-Zugangsanbieter eine technische Infrastruktur aufbauen, die zur Kontrolle beliebiger Inhalte genutzt werden kann. Die unterschiedlichen Interessengruppen stehen schon seit Jahren Schlange: Sie möchten extremistische politische oder religiöse Meinungen, Glücksspiele, Computerspiele, angebliche oder tatsächliche Urheber- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen blockieren – und das ist erst der Anfang.

Deshalb geht es bei diesem Gesetz nicht nur um Kinderpornografie, sondern um viel Grundsätzlicheres: Darf ein demokratischer Staat kontrollieren, was die Bevölkerung lesen kann? Darf ein demokratischer Staat eine Infrastruktur zur Inhaltskontrolle einrichten und so den ersten Schritt zu einer umfassenden Zensur gehen?

Artikel 5 unseres Grundgesetzes definiert nicht nur die Meinungsfreiheit. Er besagt auch, dass jeder das Recht hat, sich aus allen öffentlichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Dies ist ein wesentliches Grundrecht in einer freiheitlichen Demokratie und schließt auch das Recht ein, Inhalte zu rezipieren, deren Verbreitung nach unserer Rechtsordnung verboten ist. Eine staatliche Inhaltskontrolle steht dem diametral entgegen.

Wenn wir mit der Meinungs- und Rezipientenfreiheit gegen Internetsperren argumentieren, wird oft gefragt, ob diese Grundrechte denn auch für Kinderpornografie gelten sollen. Aber diese Frage stellt sich nicht. Kinderpornografie ist ein Verbrechen. Sie ist weltweit geächtet und kann weltweit bekämpft werden. Und genau das muss getan werden, nämlich echte Verbrechensbekämpfung, anstatt Internetseiten mit einem Schild zu versehen, an dem wir nicht vorbeilaufen sollen und es doch problemlos könnten.

Ursula von der Leyen beginnt mit der Demontage eines Mediums, das Bertolt Brechts Radiotheorie Wirklichkeit werden lässt: Seine Vision war, „den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen“. Die Netzsperren wenden sich gegen eine solche offene Kommunikation, sie installieren eine allgemeine Inhaltskontrolle. Es geht um mehr als allein um Zensur. Es geht darum, wie wir mit der Kommunikationsgesellschaft umgehen. Kann der Staat akzeptieren, dass er nicht alles kontrollieren darf, auch wenn er technisch dazu in der Lage wäre? Die Unterhaltung in allen Bussen, in allen Parks oder in allen Schlafzimmern der Welt kann nur schwer kontrolliert oder gar unterbunden werden. Bei der Unterhaltung im Internet ist dies möglich. Die Technik, die für effektive Internet-Sperren nötig ist, kann auch dafür genutzt werden.

Bisher galt nach den Erfahrungen aus der Nazi-Zeit das Tabu: Der Staat manipuliert nicht, was der Bürger rezipiert. Er erschafft keine Feindsenderverbote. Ursula von der Leyen bricht dieses Vertrauensverhältnis. Und wofür? Für Wahlkampf-Propaganda.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: nach den neusten Ergebnissen der Koalitionsverhandlung zwischen Union und FDP soll das Gesetz zwar in Kraft treten, aber vorerst nicht umgesetzt werden. Dies ist kein Verdienst von Frau von der Leyen, und die Gefahr ist nicht gebannt, sondern nur verschoben. Ursula von der Leyen hat den Big Brother Award 2009 redlich verdient. Daher:

Herzlichen Glückwunsch, Dr. Ursula von der Leyen!

via [Spreeblick]


Isch kandidiere!

Addliss | 1. August 2009 in all | Kommentare (1)

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Ich habe hier einen Trailer für einen Kinofilm gesehen, von dem ich bisher noch nichts gehört habe, seltsamerweise. Horst Schlämmer gründet seine eigene Partei und kandidiert für den Bundestag. Er will natürlich Angela Merkel in Ihrer Position als Bundeskanzlerin ablösen. Grandios!

via [stayTubed]


Tagesschau-Interview mit Jörg Schönenborn

Addliss | 22. Juli 2009 in all | Kommentare (4)

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Tagesschau.de – Die Piratenpartei füllt ein Angebotsvakuum

Sehr interessant ist die Einschätzung von Jörg Schönenborn, dass er gute Organisationsansätze bei der Piratenpartei sieht. Andererseits zeigt er natürlich auch noch Probleme auf, wie ein mögliches Abflauen der Politikbegeisterung, Monothematik und anderes. Aber es ist sehr spannend, die Einschätzung von jemandem zu lesen, der sich mit Politik, Parteien und der Medienlandschaft auskennt.

Als Zitat mal ein Statement zur 5-Prozent-Hürde:

Die Bundestagswahl ist selbst bei schlechter Wahlbeteiligung eine Wahl mit 45 Millionen Wählern. Das heißt, um fünf Prozent der Stimmen zu erreichen, braucht eine Partei rund 2,5 Millionen Wähler oder mehr. Das sind zehn Mal so viele Stimmen, wie die Piratenpartei bei der Europawahl gehabt hat. Das ist eine gigantische Zahl, die man aus dem Stand eigentlich nicht erreichen kann.

Schönenborn mag durchaus Recht haben, dass 2,5 Millionen Stimmen viel sind. Doch sehe ich gerade im Internet ein starkes Wachstumspotential, zumindest, was die Partei-Sympathisanten angeht. Es müssen ja nicht gleich Mitglieder sein. Wir dürfen weiter gespannt sein.


Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl 2009

Addliss | 17. Juli 2009 in all | Kommentare (17)

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Ich kam gerade auf die Idee, mal die Wahlprogramme der, meiner Meinung nach, relevanten Parteien hier zusammen zu tragen. Die Liste ist alphabetisch geordnet, um Neutralität zu wahren. Was ihr wählt, müsst ihr selbst entscheiden und mit eurem Gewissen vereinbaren.

Wahlprogramm 2009 – Bündnis ‘90/Die Grünen

Wahlprogramm CDU/CSU 2009 – Regierungsprogramm

Wahlprogramm 2009 – Die LINKE

Wahlprogramm FDP 2009 – Deutschlandprogramm

Wahlprogramm 2009 – Piratenpartei

Wahlprogramm SPD 2009 – Regierungsprogramm

Ich weiß, ich sagte gerade etwas von Neutralität, aber einen Kommentar kann ich mir gerade nicht ganz verkneifen: Ich finde den Titel “Regierungsprogramm” bei der SPD reichlich optimistisch, wenn nicht realitätsfern. Aber egal…


Wahlwerbespot der Piratenpartei

Addliss | 14. Juli 2009 in all | Kommentare (2)

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Ich hatte ja schon bei der Europawahl die Piratenpartei gewählt und ziehe es auch für die Bundestagswahl in Betracht. Angesichts der Querelen um Bodo Thiesen und abhängig von einigen anderen Faktoren werde ich das noch überdenken. Allerdings habe ich heute bei Spreeblick den Wahlwerbespot der Piratenpartei gesehen. Und der wirkt auf mich ziemlich professionell, sachlich und klar.

Piratenspot “Klarmachen zum Ändern” 2009 from Christopher Grabinski on Vimeo.

via [Spreeblick]


Online-Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009

Addliss | 28. Juni 2009 in all | Kommentare (2)

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In den letzten Wochen hat sich in der Debatte um das Zugangserschwerungsgesetz (aka Stoppschild-Gesetz) eine gewisse Öffentlichkeit gegen CDU und SPD entwickelt, besonders im Netz, aber auch in anderen Medien. Vor allem, nachdem das Gesetz verabschiedet wurde, gab es eine sehr öffentliche SPD-Austritts-Welle. Viele argumentierten: Ich dachte bisher, dass die SPD noch für Bürgerrechte usw. einsteht, aber gerade sie hat sich jetzt sehr schlecht dargestellt. Ähnliches las ich auch grad wieder bei Spiegel Online:

Als wäre dies nicht genug, drohen nun Netzaktivisten, die Online-Kampagnen der beiden Regierungsparteien zu bekämpfen. Sie sind wütend auf die Union und vor allem auf die SPD, weil diese den Beschluss über Internetsperren gegen Kinderpornografie durchgeboxt haben – gegen alle Widerstände aus der Community und trotz einer Netz-Petition mit weit über 130.000 Unterstützern.

Nette Geschichte, und auch ich werde gern etwas gegen die beiden vermeintlichen Volksparteien beitragen, sofern es in meiner Macht steht.

Wichtiger ist mir aber folgende Passage:

Sie sind wütend auf die Union und vor allem auf die SPD [...]

Ich verstehe, dass man die SPD nun nicht mehr wählen kann, weil sie endgültig kein Rückgrat bewiesen hat. Ich verstehe die Enttäuschung und auch Wut auf die SPD. Auch die Argumentation, dass gerade die SPD sich da hätte mehr einsetzen müssen. Andererseits darf man nicht vergessen, woher die Gesetzesinitiative kommt. Die CDU ist für mich immer noch die “größere Gefahr”. Viele in der Netzgemeinde haben sie sowieso schon abgeschrieben, nehmen sie nicht mehr ernst als Gesprächspartner. Allerdings hat sie noch viel bessere Umfragewerte und zusammen mit der FDP, die momentan zulegt, könnte sie eventuell wieder eine Regierung bilden. Ist es das, was wir wollen? Ich denke, hier gilt es, weiter eine Öffentlichkeit zu schaffen, dass die CDU sachlich und argumentatorisch (nicht diffamierend) angegriffen wird. Wir müssen, wenn, dafür sorgen, dass die Menschen verstehen, welch paranoide und unsoziale Ziele diese Partei verfolgt. Gleichzeitig müssen wir auch darauf hinweisen, dass die Liberalität der FDP ebenso problematisch ist. Viele sind zu ihr abgewandert, da sie für Bürgerrechte einsteht, aber man hatte Angst vor der Linkspartei, die (scheinbar) keine marktwirtschaftlichen Ziele verfolgt. Dass das ein Trugschluss ist, erkläre ich mal an anderer Stelle.