Rob Savelberg ist der niederländische Journalist, der vor kurzem Angela Merkel in Verlegenheit brachte, als er sie fragte, ob Wolfgang Schäuble wirklich als Finanzminister geeignet wäre. Ich berichtete. Nun hat der Blog “Zu Blog geschlagene Sprache” ein Interview mit Savelberg geführt, das ich allerdings als recht schlecht auf seiten des Interviewers betrachte. Ein wenig uninspiriert, da es immer auf dem gleichen Thema rumreitet und nur zwischendurch kurz mal etwas anderes thematisiert. Allerdings ist für mich die Grundaussage Savelbergs sehr interessant:
Ich bin nicht besonders kritisch, sondern ich stelle einfach nur die Frage, die sinnvoll ist. Jeder deutsche Journalist hätte sie stellen können, haat er aber nicht. Doch dadurch ist der deutsche Journalismus nicht schlechter als der niederländische, er sollte nur etwas autoritätskritischer sein. (sinngemäße Wiedergabe)
Ich finde daran gut, dass der Mann reflektiert und auf dem Boden bleibt. Eine Pauschalverurteilung des deutschen Journalismus halte ich auch für unsinnig – man sollte nur etwas sensibler für gewisse Themen sein.
Achso, und was ich noch sagen wollte: Maybrit Illner hat sich hier im Übrigen ziemlich dämlich angestellt…
(Ich hielt es bisher nicht für berichtenswert, aber wo wir schon mal beim Thema sind. Aber wer spricht schon über Maybrit Illner?)
Nun, da ich ja schon bei Twitter kurz anmerkte, dass die Kabinettsbesetzung auf mich irgendwie wirkt wie: “Wer will nochmal, wer hat noch nicht?”, kommt nun eine kleine Spitze eines niederländischen Journalisten bei einer Pressekonferenz mit Horst Seehofer, Guido Westerwelle und Angela Merkel:
Schon bemerkenswert, wie Merkel auf diese kritische Frage reagiert. René von Nerdcore und seine Kommentatoren beschreiben es schon richtig: Für Merkel ist Schäuble vertrauenswürdig, da sie in seine Aktivitäten eingeweiht wird. Und wenn Parteispenden mal wieder verschwinden o.ä. bleibt es ja “in der Familie”.
Ich weiß nicht, was hier eigentlich los ist: Pressekonferenzen sind doch eigentlich dazu da, dass die Presse Fragen stellen kann. Wenn dann diese Fragen mit kurzen Antworten abgebügelt werden, in denen ganz deutlich klar gemacht wird, dass man eine unerwünschte Frage gestellt hat, macht das alles keinen Sinn mehr! Zudem: Solch eine Kritik trägt zur politischen Willensbildung bei und das ist es doch, was die Politiker eigentlich wollen sollten. Wenn man Menschen abweist, die sich an der Politik interessieren und darüber diskutieren wollen, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich in diesem Land der viel zitierte Politikverdruss immer weiter verbreitet.