Gestern Nachmittag sagte ich zu meiner Freundin: “Hey, wollen wir nicht einen Spaziergang bei dem schönen Wetter machen?”
Da sie die Sonne genauso wie ich genießen wollte, entschlossen wir uns, ein bisschen in die Stadt zu fahren, um dort zu schlendern. Ich rief noch fix meinen Freund Tom an, ob der nicht auch Lust hätte, und dann setzten wir uns kurzerhand in die U-Bahn. Am Potsdamer Platz angekommen, trafen wir Tom im U-Bahn-Gang und wollten noch schnell in die Arkaden zur Bank – Tom brauchte Geld. Als wir aus dem U-Bahn-Hof heraustraten, mussten wir uns ein wenig durch eine Menschenmenge manövrieren. Lauter Fahnen und Stände – orange, rot, grün, gelb – alles war schön bunt! Das erfreut doch immer das Auge!
Als wir wieder aus den Arkaden kamen, hatten auf einer Bühne Menschen angefangen, große Reden zu schwingen. Es ging irgendwie um Freiheit und Lidl, Datenschutz und die Bahn, Bespitzelung und Politiker. So Sachen halt. Klang ganz interessant und ab und zu habe ich auch mal applaudiert. Haben irgendwie alle um mich rum so gemacht und, was die geredet haben, fand grundsätzlich meine Zustimmung. Nach einer Weile wollten wir dann aber wirklich weiter, unseren Spaziergang machen. Scheinbar die anderen auch. Und warum sollten die nicht mitgehen? Wenn man zu zweit oder dritt spazieren gehen kann, dann doch bestimmt auch mit tausenden von Leuten!
Es ging zwar anfangs etwas schleppend voran, aber wenigstens hatten wir noch ein bisschen musikalische Untermalung von einem Techno-DJ auf dem orangefarbenen Begleitwagen. Warum man da mit einem Truck durch die Stadt ziehen muss, habe ich nicht verstanden – aber wenn man auch allein spazieren gehen kann oder mit tausenden anderen, warum dann nicht auch mit einem Truck? Der DJ hat sogar ein paar Sachen gespielt, die ich auch kannte. Zwischendurch riefen die Leute vom Wagen auch “3…2…1…Piraten!”. Das war witzig! Warum die so auf Piraten standen, hab’ ich nicht verstanden, aber – wenn man mit tausenden Leuten durch die Stadt zieht, warum dann nicht auch mit ein paar Piraten darunter? Solange sie nix von mir klauen…
Kurz nach 18 Uhr hatten wir eine kleine Runde gedreht und kamen wieder am Potsdamer Platz an. War schön, aber so langsam waren wir erschöpft. Und Hunger hatten wir auch. Wir verabschiedeten uns von ein paar Leuten aus der Menge und traten den Heimweg an. Wir stiegen in die U-Bahn und gegen 18.30 Uhr trafen wir auch wieder zu Hause ein. War schön gewesen, Berlin!
