Quelle (scheinbar) gerettet – aber Verstand verloren

Wie so oft in den letzten Tagen bin ich mal wieder fassungslos, sprachlos. Das insolvente Versandhaus Quelle wird durch einen Massekredit (d.h. Kredit in einem Insolvenzverfahren) von rund 50 Millionen Euro unterstützt. Zusammengetragen wird die Summe vom Bund sowie von Bayern und Sachsen. Gebeten hatte Quelle um eine Staatsbürgschaft (auch im Wert von 50 Millionen Euro). Die ist aber abgelehnt worden mit folgender Begründung:

Wegen des hohen Ausfallrisikos gab es im Bürgschaftsausschuss aber Bedenken.

Helft mir bitte mal. Heißt das jetzt also, dass der Bund und die Sachverständigen Bedenken hatten, die Staatsbürgschaft wäre zu risikoreich? Und hat man, als logische Konsequenz daraus, einen Direktkredit gewährt?

Im Klartext: Hat man davor Angst gehabt, man müsse bei einem Ausfall Quelles Millionen von Euros zahlen, und hat deshalb das Geld lieber gleich zum Fenster rausgeworfen?

Die FTD schreibt, bei einer Bürgschaft wäre bei der endültigen Pleite Quelles das Geld trotzdem fällig, um Gläubiger zu zahlen. Wie es jetzt liegt, als Kreditgeber, stünde man an Platz 1 der Gläubiger. Aber weissgarnix widerlegt das:

Auf die Masse haben bevorrechtet Zugriff ALLE Massegläubiger, das sind insbesondere Mitarbeiter, Sozialversicherungsträger, Lieferanten etc hinsichtlich ALLER Verbindlichkeiten, die NACH Anmeldung der Insolvenz eingegangen werden.

Selbst der Profi weissgarnix ist mit seinem Latein am Ende, was das Ganze soll. Man wirft hier nicht nur das Geld aus dem Fenster, sondern man bindet seinen Verstand gleich an den ersten Packen Scheine.

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