Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ein Psalm Davids.

Jeder, der mich kennt, weiß, wie religiös ich bin.1 Doch dieser Psalm ist, neben dem “Vater Unser”, einer der sprachlich kraftvollsten religiösen Texte, die ich je gelesen oder gehört habe. Wenn ich mir die Einheitsübersetzung oder die der Schlachter-Bibel anschaue, so bewirken die dortigen Unterschiede, dass dem Text einiges an Atmosphäre genommen wird und er an sprachlicher Kraft verliert. Selbst wenn die Übersetzung der Luther-Bibel (1984) nicht dem hebräischen Text entsprechen sollte2, so ist dieser Psalm doch sehr kunstvoll.

  1. Ich habe nichts gegen Religion, doch ich kann/will nicht glauben. []
  2. und Übersetzungen sind sowieso immer problematisch, da u.a. Mehrdeutigkeiten und Vagheiten in verschiedenen Sprachen nicht übertragen werden können []

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