Welt | Männerrechtler kämpft um echte Gleichberechtigung
Ich bin auch für absolute Gleichberechtigung – doch Herr Maus ist jemand, der eine inkonsistente Zielsetzung und dazu seltsame Argumente hat.
Warum sollte es ein Milliardenförderprogramm für Männer geben, wenn doch das Milliardenförderprogramm für Frauen dazu gedacht war, sie zur Gleichberechtigung zu befähigen? Dass Frau Pieper natürlich Unrecht hat, wenn sie davon spricht, dass Männer überholt worden seien, geschenkt. Doch Frauen haben auch heute noch Benachteiligungen zu ertragen. Genauso gibt es Nachteile für Männer: sein Beispiel, dass Jungen schlechter benotet werden bzw. seltener eine Gymnasialempfehlung bekommen, ist gut.
Doch, wenn man davon spricht, die Männer hätten ja mehrheitlich die klassische Musik geschaffen, ignoriert man in dem Argument, dass es Frauen nicht erlaubt war zu komponieren. Sie konnten es vielleicht privat tun, Veröffentlichung war aber ausgeschlossen. Man weiß nicht, wer die bessere Musik geschrieben hätte, wäre es auch Frauen erlaubt gewesen.

Der gute Jonathan Swift, bekannt für seine amüsanten Aussprüche, meinte einmal: “Über eine Spur von Geist in einer Frau freuen wir uns ebenso wie über ein paar Worte, die ein Papagei richtig herausbringt.” Soviel dazu, dass Frauen ja bitteschön keinen vergleichbaren Anteil am Kulturschaffen der Vergangenheit hatten. Nach ähnlicher Logik könnte man Jugendliche in ihrem Zugang zu Politik abfällig behandeln, weil sie bisher keinen Bundespräsidenten gestellt hätten, was dann für mangelnde politische Teilhabe spräche.
Ich möchte nicht von jemandem verteidigt werden, der von Geschlechtergerechtigkeit offenbar wenig verstanden hat und nur ein “ich möchte aber auch ein stück vom Kuchen”-Positionen vertritt.