“Ich habe vorhin mal im Internet nachgeschaut…”

Es ist schon ein paar Wochen her, dass Steffen Seibert, Regierungssprecher, über Twitter (@RegSprecher) eine Information über den USA-Besuch von Angela Merkel verbreitete. Das Empörende für Journalisten: Das geschah vor der offiziellen Mitteilung per Mail-Verteiler!

Das weniger Empörende ist, dass die Information kurz darauf per Verteiler verschickt wurde, dass sie telefonisch erfragbar war und dass man als Journalist durchaus dem Twitter-Account des Regierungssprechers folgen kann.

Die Empörung – oder besser: Verwunderung – der Journalisten machte sich in einer Pressekonferenz bemerkbar, als Dr. Steegmans, stellv. Regierungssprecher, gefragt wurde, ob man jetzt Twitter als offiziellen Kanal der Bundesregierung ansehen solle. Eine weitere Frage war, ob das denn sicher genug sei, denn ” [...] ich habe da vorhin mal nachgeschaut, im Internet. Das ist ja nicht sicher, da gibt es ja auch Fälschungen von Twitter-Accounts. Das geht von Martina Gedeck bis hin zum Dalai Lama. [...]” Abgesehen von der Ironie, dass man im Internet “nachschaut”, und die Information herausbekommt, dass das Internet nicht sicher sei, ist es doch schon bemerkenswert, dass von gefälschten Twitter-Accounts auf falsche Informationen auf einem autorisierten Twitter-Account geschlossen wird.

Noch bemerkenswerter ist, dass die Journalisten tatsächlich fast 20min Nachfragen an Dr. Steegmans haben und dass der – jetzt kommt’s – total gelassen bleibt und sich ab und zu über die Fragen amüsiert.

Das Unbehagen der Hauptstadtjournalisten mit dem twitternden Regierungssprecher – Das Video from Carta on Vimeo.

via [Spreeblick]

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