8 responses to “Harald Lesch zum Klimawandel und Energie”

  1. bemme

    Das Beispiel mit der Familie und dem See ist hübsch, aber hey …das hat John Lennon schon gewusst:

    Think of what you’re saying
    You can get it wrong and still you think that
    It’s all right

    Think of what I’m saying we can work it out
    And get it straight or say good night

  2. bemme

    Moment. Das Beispiel mit der Familie bezieht sich doch darauf, daß man den einen Weg einschlagen kann, der zwar falsch (oder ein Umweg oder gar völlig unnötig) ist, also um den See herum, obwohl das Eis getragen hätte, aber man dabei nicht viel verliert. Man kann aber auch alle Warnungen vor vielleicht brüchigem Eis ignorieren und sich damit ins Unglück stürzen. Genau so auch die Klimadiskussion. Wenn man den warnenden Stimmen zuhört, ist das vielleicht unnötig, aber der Mensch verliert auch nichts, wenn er umweltschonende Technologien erfindet. Machen wir aber nix, dann kann das gut gehen oder aber das Eis bricht.

    Dementsprechend passt olle John schon ganz gut ;)

  3. Akim

    1. Vorsicht! Du sprichst vom Fehler erster und zweiter Art. Wenn du schon diese Begriffe der Statistik verwendest, dann fehlt da noch einige Erklärung, wie du diese hier einordnest. Weißt du, warum man den Fehler erster Art i.d.R. vermeiden möchte bzw. was die beiden Fehler konkret unterscheidet (formal als auch inhaltlich)? Warum ist es überhaupt sinnvoll, zu unterscheiden – ist das Testproblem mathematisch betrachtet denn nicht symmetrisch? (falls dir die Sachen nicht klar sind, kann ich helfen)

    2. Deine Tabellenbeschreibung ist mir nicht ganz klar. Es gibt widersprüchliche Felder (wahr-falsch: “wir richten uns danach”-”wir richten uns nicht danach”). Ich gehe davon aus, dass ich dich einfach falsch verstanden habe – wie ist es richtig zu verstehen?

    3. Das Analogon mit der Familie greift meiner Meinung nach nicht völlig. Ich würde es so ergänzen: Man steht mit seiner genervten und minderbemittelten Frau und seinen zwei kleinen Kindern vor der genannten Entscheidung. Allerdings befinden sich mitten auf dem Eis ein paar vereinzelte Jahrmarktstände, die die Kinder unbedingt sehen möchten. Außerdem bemerkt man, dass bei dem Umweg links um die Eisfläche Wölfe auflauern und bei einem Umweg rechts herum drei Ganoven mit geladenen Gewehren. Wofür entscheiden Sie sich?

    Zur Erklärung: Die Frau steht stellvertretend für die einflussreiche Gesellschaft bzw. deren Eigenschaften für die Bereitschaft und Kompetenz dieser. Die Kinder sind der Mittelpunkt der Gesellschaft und ihr Wunsch ist eine hohe Lebensqualität. Die Wölfe stehen für wirtschaftlich-technischen Rückschritt, die drei zwielichtigen Wegelagerer für andere Staaten, die sich eventuell die nachteilige Lage zu Nutze machen könnten.
    Welche Gegenargumente gibt es?

    4. Zitat von Addliss:
    “Angenommen der Hype um den Klimawandel wäre unberechtigt, aber wir reduzieren unsere Emissionen, da wir es nicht genau wissen. Dann haben wir nicht viel verloren, auch wenn es etwas unnötig sein sollte.”
    Wir verlieren dabei eventuell sehr viel – und das bezieht sich auf wirtschaftliche Produktivität und Effizienz sowie Lebensqualität und Außenpolitik.

  4. Akim

    1. Die Tabelle ist mir jetzt klar; ich hatte auch genau diese Form vermutet, nur erkennbar war es eben nicht.

    2. Deine Beschreibung der statistischen Fehler geht in Ordnung, nur bin ich der Meinung, dass die Einordnung in die reale Situation etwas fragwürdig bzw. problembehaftet ist. Falls dich statistische Fehler usw. mehr interessieren, sag Bescheid.

    3. Lesch (und jeder andere) kann seinen Vergleich wählen, wie er möchte – jeder Vergleich vereinfacht schließlich. Ich stelle nur in Frage, dass damit die wichtigsten Aspekte beleuchtet oder schlimmer wesentliche Gegenargumente ausgeblendet werden. Wenn man zudem bedenkt, dass Lesch in dem Moment für eine Änderung des Verhaltens in Bezug auf CO2-Emissionen plädiert (und er ist ein Vertreter der Wissenschaft), ist sein Beitrag nicht harmlos.

    4. Ich gehe fest davon aus, dass eine wesentliche Senkung von CO2-Emissionen (bzw. ähnliche Projekte) eine spürbare Verringerung der Lebensqualität (nach westlichen Maßstäben) unmittelbar zur Folge hätte. Der Grund liegt darin, dass praktisch jede wirtschaftliche Tätigkeit direkt oder indirekt auf einer Ressourcen-Transaktion mit “der” Natur beruht. Ich sehe es ähnlich, dass der “Preis” der Änderung in Hinsicht auf mögliche Alternativen vertretbar ist, doch verstehen viele nicht die politische Bedeutung:

    5. Eine Umstellung der Wirtschaft wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Der Staat sieht sich sogar gezwungen, besondere Subventionen anzubieten, um überhaupt umweltfreundlichere Technologien umsetzen zu können. Kosten bedeuten auch (zumindest kurz-/mittelfristige) Effizienzeinbußen, die anderen Ökonomien eventuell fundamentale Vorteile verschaffen. Das hat zur Folge, dass eine grundlegende Verhaltensänderung gleichzeitig von vielen Staaten und in ähnlichem Umfang vorgenommen werden müsste. Wer aber sorgt für die Umsetzung und Kontrolle? Welche Anreize bestehen gegen eine ehrliche Umsetzung? Die Antwort ist leicht und ernüchternd.

    6. In Wahrheit wollen die meisten Menschen gar keine Umstellung der Wirtschaft. Spätestens, sobald ihnen die Folgen ansatzweise bewusst werden, sind sie dagegen.

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