Gegen den Boykott von McFit

Udo Vetter richtet sich in einem Beitrag gegen einen momentan kursierenden Boykottaufruf gegen McFit. Scheinbar – und das sieht man auch in seinen Kommentaren – möchten einige diese Fitnesskette nicht weiter mit ihrem Beitrag unterstützen, da sie … ja warum eigentlich?

Ist Rainer Schaller ein Mörder, wie Kommentator Gaier (Nr. 9) es ausdrückt? Hat die Fitnesskette an sich etwas mit den Vorfällen bei der Loveparade zu tun? Ist es in den Studios ebenso unsicher wie der Zugang zur Loveparade (erscheint)?

Es ist manchmal eine politische Entscheidung, wem man sein Geld gibt, da sind sich viele Kommentatoren einig. Auch ich würde durchaus zustimmen. Doch wird hier zu stark pauschalisiert, denn McFit bietet dem Kunden per Vertrag Zugang zu Fitnessgeräten und -räumen. Das ist es, wofür die Leute zahlen. Sollte es dort irgendwelche Beanstandungen geben, kann man gern über eine Kündigung nachdenken. Die Loveparade ist ein ganz anderes Geschäftsfeld.

Man kann schlechte Veranstaltungsplanung liefern, aber gute Fitnessstudios. Diese Bereiche nicht zu trennen ist eine Instrumentalisierung und Pauschalisierung, in die wir nicht verfallen sollten.

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Politik, Wirtschaft & Gesellschaft , , , , , , ,

19 comments


  1. peter ali

    …vielleicht gehts darum so einem affen der verletzungen und den tot von menschen, wenn vielleicht auch nicht beabsichtig, in kauf nimmt, kein geld in den rachen zu werfen. nur weil der kinderschänder von aldofshausen eigentlich immer ganz leckere sachen in seinem imbiss verkauft würde ich da trotzdem nichts kaufen wenn ich wüßte das er im internet seine selbgedrehten dvds vertickt.

    • Ich verstehe, dass man über die Vorgänge bei der Loveparade empört ist (ich selbst bin es nicht, doch verständlich ist es). Doch hilft es, die Kette kaputt zu machen, weil sie in einem anderen Geschäftsfeld etwas falsch gemacht hat?
      Der Vergleich mit dem Kinderschänder hinkt nämlich gewaltig. Der Imbiss ist einerseits etwas anderes als die riesige McFit-Kette. Beim ersten weiß man, dass man den Imbissverkäufer direkt trifft, aber bei letzterem ist es nicht gewiss, ob Schaller wirklich getroffen wird. Man muss ihn direkt zur Verantwortung ziehen und nicht andere Menschen dafür mitbestrafen. Das wäre unverhältnismäßig.
      Außerdem sind es beim Imbissverkäufer, wenn man es denn als zwei verschiedene Geschäftsfelder sehen will, ein legales und ein illegales. Die Loveparade war an sich nicht illegal und daher hat Schaller zwei legale Geschäfte betrieben, wo er (und andere Personen) bei einem Fehler gemacht zu haben scheint. Das ist ein erheblicher Unterschied uns sollte in die Bewertung des Boykottaufrufes mit einbezogen werden.

    • Agent Fishgang

      Lieber peter ali,

      Wut ist ein schlechter Ratgeber. Ich unterstelle Herrn Schaller, dass er – entgegen der Ihrem Kommentar zu entnehmenden Präsupposition – keinesfalls weder Verletzungen noch Tod der Loveparadeteilnehmer in Kauf genommen hat. Im Übrigen sitzt ja nicht Herr Schaller am Tresen und kassiert jeden einzelnen Kunden ab. Ihm persönlich wirft man also bestenfalls Verunglimpfungen und Anschuldigungen in den Rachen.

  2. IchKannnix

    Ich denke die Boykott Aufrufe währen nie gekommen hätte er die Veranwortung als Veranstalter dafür getragen.

    Aber WIR Deustchen halten immer schön die Klappe. Man kann ja eh nix ändern ne.

    Wir werden sehen wieviele sich für einen Boykott entscheiden und wieviel nicht. Ich werde so ein “Unternehmen Schaller” nicht unterstützen.

    Ich bin mal gespannt

    Mfg

    • Es ist richtig, dass man die Verantwortung hätte erwarten können. Ich halte die Aussagen der Organisatoren und der Verwaltung bisher auch für ignorant bis verrückt.

    • Agent Fishgang

      Lieber IchKannix,

      abgesehen von der abenteuerlichen Orthographie nebst kreativer Graphematik Ihres Beitrages, fällt mir Ihre präzise Gesellschaftsanalyse auf. Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass ich im Kontext einer Gruppe mit dem Label “wir Deutschen” stehe? Ich bitte darum, von Universalismen Abstand zu nehmen. Es gibt spätestens seit LUHMANN keine monotypischen Gruppenidentitäten mehr. Ich bin gleichzeitig Viele.
      Warum es an der Qualität “deutsch” liegen soll, dass kein Widerspruch erfolgt – der i. Ü. in erstaunlicher Breite zu finden ist -, erschließt sich mir daher nicht. Unter Umständen habe ich aber auch den springenden Punkt ihrer Wortmeldung nicht erfasst.

  3. Tim

    Richtig.

    Ich schmeisse doch auch nicht alle Messer aus dem Haushalt nur weil mal ein Mensch mit einem Messer umgebracht wurde.
    Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wer kündigt schadet den falschen (Trainern, Servicekräften,…)

  4. Der Punkt ist doch der, dass das Krisenmanagement eine Katastrophe ist. Es wird die Schuld abgewiesen statt erst mal den Betroffenen zu helfen und dann die Frage nach der Haftungsquote zu stellen.

    Und solches Fehlverhalten nach einem Unfall kann ich nicht noch dadurch unterstützen, dass ich an McFit Geld zahle. Keinen Cent mehr. Sollen sie versuchen sich ihr Geld über einen Mahnbescheid zu holen. Ich zahle nicht.

    Eventuell nimmt Herr Schaller seine hoffentlich wenigen verbleibenden Kunden jetzt mal ernst und veräppelt sie nicht mehr, wie er das regelmäßig im McFit Magazin “Einfach gut aussehen” getan hat. Schaller sollte merken, dass man mit den Hinterbliebenen der Opfer nicht so umgehen kann, wie mit arglosen Fragestellern, die sich an die Redaktion der Einfach gut aussehen wenden. Mir stösst es sehr bitte auf, dass er sich nicht um die Hinterbliebenen kümmert. Eine Reaktion ist überfällig! Mit einer Alibi-Pressekonferenz am Sonntag und einer Kondolenzbekundung auf mcfit.de und lopavent.de ist es nicht getan. Es muss Geld fliessen und zwar schnell! Es ist eine Unverschämtheit, dass die Hinterbliebenen jetzt noch das Geld für Rückführung der Leichen und deren Beerdigung in Zeiten der Trauer zahlen sollen.

    • Lieber Frank,

      das Krisenmanagement ist eine Katastrophe, korrekt.

      Doch wenn Schaller jetzt aus McFit ausstiege und seine Gewinne mitnähme, würde er ebenfalls “lediglich” die vom Rechtsstaat auferlegte Strafe zahlen (o.ä.). Das heißt, man würde andere Menschen eher treffen als Schaller selbst. Es wäre eher an Geschäftspartnern, keine Verträge mehr mit Schaller einzugehen, um ihm einen Schaden zuzfügen. Das würde eher helfen als der Boykott durch Kunden.

    • Agent Fishgang

      Warum muss Geld fließen? Von wem an wen? Und warum schnell? Die Zeiten des Wergeldes sind doch längst vorbei. Aller Wahrscheinlichkeit nach gibt es mehr oder minder klare Verantwortlichkeiten, die von staatlicher Seite ermittelt werden können. Im Ergebnis dessen wird es möglicherweise eine Strafverfolgung geben, die allen bornierten Unkenrufen zum Trotz in Deutschland durchaus fair und dem Ideal der Gerechtigkeit sehr nahe ist.

  5. Ich stimme hier voll zu das wir auf unser Deutsches Rechtsystem vertrauen sollten und dieses eine faire Strafe für den/die Verantwortlichen finden wird. Einen Boykott stehe auch ich skeptisch gegenüber, was mich inzwischen in meinen Blog zum Unmenschen macht.

    • Ich sehe, dass bei diesem Thema viele Moralisten auftreten, die sich hier und in anderen Blogs Luft machen, so auch bei dir. Moral ist nicht weit von Religion entfernt, da sie keine ernsthafte Hinterfragung zulässt, sondern dem Betroffenen (oder Moralisten) per se Recht gibt. Doch Moral ist hier zu einseitig gewählt, sie muss in diesem Fall auch Rationalität zulassen, denn Rationalität bestimmt das Strafmaß und nicht die moralische Beurteilung allein.

  6. Ich war, wie wohl die meisten Boykott-Schreihälse, noch nie in ‘nem McFit.

    Abgesehen davon ist diese Hetze einfach ganz, ganz übel.

  7. Micha

    Warum schiesst hier eigentlich der Grossteil gegen den Betreiber,Rainer Schaller?
    Man sollte sich im Zweifelsfall mal die ein oder andere Hintergrundinfo zu Rate ziehen,ehe man voreilig einen Menschen für geschehenes verurteilt.
    Fakt ist,das Herr Schaller Geschäftsführer der Mc Fit Kette und der LoPaEvent GmbH zugleich ist.Mit der LoPaEvent bot er der Stadt Duisburg die Gelegenheit,in ihrer Stadt eine Grossveranstaltung auszuüben,welche jede Menge Gelder in deren Kasse gespült hat.
    Und warum trägt dieser Veranstalter hier die Schuld am Tode vieler Menschen,wenn diese Stadt nach eingehender Prüfung durch diverse Ämter ihr Einverständnis zur Durchführung dieser gibt?!Es obliegt nicht seiner Entscheidungsgewalt,ob die Anmeldung zu solch einer Veranstaltung unterm Strich stattgegeben wird.Hierfür gibt es zahlreiche,teuer bezahlte Beamte,in deren Händen das liegt.Wie zB ein Jahr zuvor in Bochum geschehen,als das Event nach einigen Sicherheitsbedenken abgesagt wurde.
    Weiterhin verdient er als Veranstalter mit der Loveparade keinen Gewinn.Vielmehr wollte er mit seinen fianziellen Unterstützungen dafür sorgen,das dieses einmalige Event nach dem Ausschluss aus Berlin weiterhin lebt.Und diese Gelder nahm er aus seiner Fitnesskette.Mit ihr trat er als Hauptsponsor auf der Loveparade auf.Diese kostete an nur einem Tag 3.000.000 Millionen Euro! Spielte hingegen nur 500.000 Euro ein.Also sollten an dieser Stelle mal alle Neunmalklugen,vorurteilsbehafteten Mitmenschen tief in sich gehen und die unhaltbaren Gier-und Geldgeilen Anschuldigungen von sich werfen.

    Der Schrei nach einem Boykott von Mc Fit ist daher nur in den Köpfen derjenigen gerechtfertigt,deren Wahrnehmung der Umwelt ohnehin so sehr eingeschränkt ist,das ihnen schlagfertige Argumente für ihre Forderungen ausgehen.
    Vielmehr sollte die Geldgier der Stadt Duisburg in Frage gestellt werden,die dieses Event genehmigt hat……

    Im übrigen: Herr Schaller hat in den bereitgestellten Fonds für die Opfer aus seinem Privatvermögen eine 7-stellige Summe gespendet…..

  8. Daniel

    Welche alternative gibt es für Fitness-Süchtige in Eurer Region, bei denen der Preis, das Umfeld und die Freundlichkeit der Trainer sowie Servicekräfte stimmt….und bei uns in Bottrop ist es Tip Top sauber und nie ein Graät defekt!

    Soll ich auf Training verzichten weil sich eine Gruppe aus Eventmanagern verkalkuliert hat? Der GF ist nicht der einzige der an dem Event mitwirkt, natürlich hat er die Mütze auf, aber mal ehrlich: Was hat mein Fitnessgerät damit zu tun?

    Boykott ist für die jenigen, welche einen Grund suchen weil sie kein Bock auf Training haben…..

  9. robbi

    Auf jeden Fall weiter boykottieren
    !

    • Agent Fishgang

      Welch qualifizierter Kommentar! Vor einiger Zeit war es hinsichtlich menschlicher Kommunikation noch üblich, Behauptungen oder Forderungen mit Begründungen zu versehen. Oder handelt es sich hierbei um eine furchtbar subtile und mir schlicht nicht aufgehende Persiflage des Medienrummels?

    • Das kann ich leider auch nicht so recht sagen, ob es eine Persiflage oder nur ein sehr kurzer Kommentar ist. Ich kenne robbi nicht, es ist also auch kein Insider. Ich sag’ einfach mal: hinnehmen.

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