4 responses to “Freie Kommunikation – und alles für alle”

  1. frickler01

    Ich glaube, dass der von dir beschriebene Trend auf das zusammenschmelzen eines kulturellen Mainstreams zurückzuführen ist.
    Das ist aus einer (vermutlich auch deiner?) Perspektive betrachtet eine katastrophale Tendenz, einerseits weil durch die vereinfachten Produktionsmöglichkeiten insgesamt größere Quantitäten entstehen, von denen dann bekannterweise der Großteil schlichtweg Schrott ist. Gleichzeitig lässt sich, wie du auch gesagt hast, kein Geld mehr mit traditionellen Vertriebsmethoden mehr verdienen und man ist entweder auf alternative Einnahmequellen oder den Verzicht auf “Aufwandsentschädigung” angewiesen.
    Meiner bescheidenen Meinung nach ist das allerdings insgesamt gar nicht so schlimm, da einerseits die von dir erwähnten aufgeblasenen Medienkonzerne in den Hintergrund gedrängt werden und andererseits durch die Zugänglichkeit zu Produktionsmitteln die unentdeckten Genies der Zukunft zum Zuge kommen.
    Ich will einfach mal behaupten, es liegt eine konzeptionelle Schwäche in der Vorstellung, man müsse die Medienwelt, selbst in einem spezifischen Rahmen wie Musik, auf breiter Fläche tatsächlich so gut kennen, um qualitativ hochwertige Sachen daraus zu machen. Davon mal abgesehen, dass es eben auch gar nicht möglich ist, einen nennenswerten Anteil der Gesamterzeugnisse zu erfassen, ohne dem sein Leben zu widmen.

    Das, was einen Großteil der Weltgesellschaft erreicht und bewegt, scheint dieser Zeit wieder andere Akteure zu finden. Die Plätze von MGM, Sony und Warner Brothers werden demnächst vollständig durch YouTube, WordPress und Wikipedia belegt, nur dass jetzt was die tatsächlichen Schaffenden betrifft kein nennenswertes Gewicht auf kommerziellen Erfolg gelegt wird. Insofern verändert sich auch seit Jahrzehnten die Rolle des einzelnen Werks weg vom prinzipiell wertvollem Erzeugnis richtung bloßem Element der globalen Kommunikation, das nur noch gelegentlich tatsächlich wichtig und gut sein kann. Wohingegen die darüberstehenden Organisationskonzepte wie YouTube, WordPress und Wikipedia, die Betriebssysteme und grafischen Oberflächen unserer Computer, die Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle in denen wir leben die großen, wertvollen und die Prioritäten bestimmenden Dinge sind, die für alle Teilhabenden Bedeutung haben – einfach, weil es gar nicht anders geht.

  2. frickler01

    Es war auch vor der Zeit der digitalen und globalen Datenspeicherung keine Frage dessen, ob man in absehbarer Zeit oder sogar noch zu Lebzeiten wahrgenommen wurde. Gerade aber heute wird durch Aufbewahrung alles Geschriebenen, Gesagten und bald auch Gedachten irgendwo sicher gestellt, dass irgendwann jemand auch die Genies der Jahrtausendwende entdeckt und ihre Genialität anerkennt.
    Zudem bin ich überzeugt, dass im Global Village mit den kurzen Informationswegen tatsächlich Herausragendes nicht wirklich lange brauchen dürfte, bis es vom Schlag eines Schmetterlingsflügels zum Sturm wird.

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