Exklusive DJ-Rechte

Immer wieder fiel es mir auf, gerade bei den größeren DJ-Namen, die unterwegs sind: Exklusiv-Rechte an Musiktiteln. Ich erinnere mich da an das Beispiel Nu Energy – “Dreamland”, dass erst mehrere Jahre nach dem ersten Erklingen in DJ-Sets veröffentlich wurde.

Ebenfalls erinnere ich mich an einen Titel, der inoffiziell produziert war. Den editierte sich ein großer DJ, dessen Namen ich jetzt nicht nenne, mittels Ableton Live, nachdem er ihn vom Original-Produzenten geschickt bekommen hatte. Als der Original-Produzent anfragte, ob er den Edit haben könne, weil er ihn gern spielen würde, wurde ihm das verwehrt. Verkehrte Welt – da nutzt jemand die Arbeit eines anderen kostenlos, ändert sie leicht ab, und gewährt dem, der ihm das zur Verfügung gestellt hat, keine kostenlose Nutzung im Gegenzug.

Aktuell nervt mich das Beispiel Neptune Project – “Aztec”.

Zum ersten Mal entdeckte ich den Titel in Armin van Buurens Set zur Trance Energy 2009, also am 07.03.2009. Wenn ich mich recht entsinne, hat er ihn auch schon vorher ein- bis zweimal gespielt. Am 27.07. ist der Titel exklusiv bei Beatport in der 2009er Edition “A State Of Trance”-Reihe erschienen, jedoch noch nicht als Single veröffentlicht. Es gibt noch einen Aly & Fila Remix, der mich genauso interessierte wie das Original. Doch so langsam habe ich keine Lust mehr!

Man wartet Ewigkeiten auf einen Titel, möchte ihn endlich kaufen und selbst spielen können (und in maximaler Qualität genießen), doch es wird einem monatelang verwehrt. Inzwischen fast ein halbes Jahr. Sicher, ich könnte die Exklusiv-Version kaufen – doch wieviel sieht der Künstler davon? Da gibt es mit Sicherheit keine tollen Verträge bei den Compilations, da es nur ein Titel von vielen ist. Hier wird nur dem Profitdenken der Großen entsprochen. Ihre Gigs werden nämlich zahlreich besucht, da sie die Exklusivrechte haben. Danach sind die Titel nahezu “abgespielt”, überspielt. Letztlich kauft sie kaum noch jemand, da sie ihre Halbwertszeit überschritten haben. Und so denkt man als “Kleiner”:

Wenn Armin van Buuren meine Sachen spielt, werde ich bestimmt bekannt dadurch werden und meine Arbeit wird sich lohnen.

Allerdings wird daraus nichts, da nur die Großen ihre eigene Position dadurch stärken, wenn sie den Titel exklusiv haben. Sicher mag es eine Investition in die Zukunft sein, denn bekannt werden die Künstler wirklich. Doch nicht immer kann man solch einen Riesenhit produzieren. Wenn dort schon der Lohn der eigenen Arbeit verloren geht, weil man nach 6 Monaten Vorhaltezeit keine Verkäufe mehr verzeichnen kann, hat man von dieser Investition in die Zukunft auch wenig.

flattr this!

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3 comments


  1. nimms nicht so ernst. das ist zum glück ja nicht bei allen titeln so. wenn du wirklich interesse hast an tracks die noch nicht erschienen sind, dann kommst du um einen promo pool nicht herum. ich war eine weile selber in eben so einem drinn. jedoch hats mir auf dauer auch nicht viel spass gemacht. ich suche mir jetzt lieber perlen raus die nur auf kleinen mini labeln erschienen sind. das macht zwar ne menge arbeit sich durch 3 download stores durchzuwühlen, aber es lohnt sich.

    wenn ich ab und zu frisky höre entdecke ich tracks die ich vor 2 monaten gespielt habe, und die jetzt die grossen spielen. das gibt mir einen gewissen stolz. :-)

    also kopf hoch… wird schon werden. das leben haengt nicht an einem track fest.

  2. Du hast schon Recht, es hängt nicht an einem Track. Wie gesagt, ich habe auch schon kaum noch Lust darauf – und das zeigt mir, dass er SO wichtig nicht ist. Dennoch ärgert es mich gelegentlich. Das wollte ich mal ausdrücken. :)

  3. Rettung naht. Die Mühlen mahlen langsam, aber so ist das immer, wenn David gegen Goliath aufbegehrt … ;)

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