Google + RSS Feed

Todesstrafe für Kinder

3

Oktober 10, 2012 by Addliss

Charlie Fuqua wirbt in einem Buch, das er kürzlich veröffentlichte und das sich God’s Law: The Only Political Solution nennt, für eine Exekution aller inhaftierten Sträflinge, wenn sie nicht innerhalb von 2 Jahren resozialsiert werden können. Sie kosten nur unnötig Geld, deshalb sollte man sich ihrer entledigen; zum Vorteil der Gesellschaft.

Viel besser ist noch die Position, dass es ein Gesetz geben sollte, das die Tötung von Kindern erlaubt, wenn sie rebellisch sind. Das Argument muss man auch erstmal schlucken: Es sollte ein Fall sein, der selten angewandt wird, aber die Eltern sollten im Extremfall das Recht haben, rebellische Kinder zu töten. Dadurch würde man den Respekt vor den Eltern wieder stärken. Wenn die Kinder wüssten, dass es dieses Gesetz gäbe, dann wüssten sie auch, was ihnen blühen könnte und werden quasi abgeschreckt.

Zeigt mir bitte mal das Kind, das die Gesetze so gut kennt. Ich könnte doch jedem Kind erzählen, ich hätte das Recht, es zu töten, weil es so im Gesetz stehe. Dann hätten alle Kinder Angst – obwohl es das Gesetz nicht gibt. So viel Dämlichkeit muss man erstmal aufbringen.

Und es kommt nochmal besser: Er argumentiert übrigens dazu noch mit Deuteronomium (5. Buch Mose) 21:18-21

18 Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will,
19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes
20 und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold.
21 So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, und du sollst so das Böse aus deiner Mitte wegtun, dass ganz Israel aufhorche und sich fürchte.

Wir führen jetzt also Diskussionen um ein Gottesgesetz, nicht um ein politisches. Vor allem ein Gottesgesetz, das in einer Gesellschaft vor über 3000 Jahren aufgestellt wurde. Ich weiß nicht, ob das mit der modernen Gesellschaft kompatibel ist, aber mich beschleicht das Gefühl, dass es unpassend sein könnte.

Fuqua ist Republikaner in Arkansas; dazu muss man aber sagen, dass er nach der Buchveröffentlichung keine Unterstützung der Partei für politische Arbeit mehr bekommen hat. Ob das ein öffentlicher Zwangszug der Republikaner ist oder ehrliche Überzeugung, lässt sich von hier aus kaum beurteilen. Allerdings zeigt das, dass Fuqua (zum Glück) keine allzu wichtige Rolle spielt. Immerhin.


3 comments »

  1. Akimsen sagt:

    Ich denke nicht, dass er mit diesen Äußerungen im Namen der Partei spricht. Nicht alle Republikaner sind dumme Fundamentalisten.

    Seine Gedanken zeigen natürlich ein sehr merkwürdiges Weltbild auf…

    • Addliss sagt:

      Ja, genau darauf versuchte ich im letzten Absatz hinzuweisen. Aber ich fand es nur bemerkenswert, dass es solche Positionen gibt, egal ob jetzt bei den Republikanern oder nicht.

  2. armin sagt:

    not sure if just trolling

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

:-[ (B) (^) (P) (@) (O) (D) :-S ;-( (C) (&) :-$ (E) (~) (K) (I) (L) (8) :-O (T) (G) (F) :-( (H) :-) (*) :-D (N) (Y) :-P (U) (W) ;-)

Search the blog