Google + RSS Feed

Ist der Euro noch zu retten?

0

August 28, 2012 by Milowie

Letzten Sonntag veröffentlichte die Frankfurter Allgemeine einen Artikel, der bei mir zwar nicht unmittelbar Panik auslöst, dennoch aber zum Nachdenken anregt. Es ist richtig, Europa befindet sich in einer Krise. Schuld sind die Griechen und mittlerweile Spanien, welches nun auch unter den hiesigen Rettungsschirm geklettert ist. Die Politik, so denkt der Bürger, handelt und gibt Bürgschaften. Der Eindruck, der bei dem Volke jedoch entsteht, ist der, dass am Ende das Volk dafür die Zeche zahlt. Zu Griechenland und den Schulden ist bisher so viel geschrieben worden, dass ich dazu nur kurz darauf eingehen mag. Ich meine, die Politik hat den Fehler gemacht, Griechenland so viel Auflagen zu machen, welche dieses kleine Land in der EU in so kurzer Zeit zu schultern nicht in der Lage ist. Wirtschaftsexperten hatten schon im vergangenen Jahr vor solch einer Maßnahme gewarnt. Leider, wie so oft, wurde auch diese Warnung nicht gehört oder aber gehört und ignoriert. Ein geregelter Ausstieg Griechenlands und die Wiedereinführung (auf Zeit) wäre, meiner Meinung nach, damals schon die sinnvollere Alternative gewesen. Nun scheint es, ist der Drops sowieso bald gelutscht und Griechenland kehrt, wenn auch sehr spät, zu seiner eigenen Währung der “neuen Drachme” zurück, wie es auch in dem FAS-Artikel beschrieben ist. Jedoch nicht von der Politik moderiert, sondern von Banken und Konzernen bereits geprobt, wenngleich auch erst einmal hinter verschlossenen Türen.

Banken und Konzerne bereiten sich darauf vor, dass der Euro zerfallen könnte. Sie horten Bares, ändern Verträge und proben,
wie man die „neue Drachme“ einführt. (FAZ.NET Von Georg Meck und Lisa Nienhaus)

Die Autoren berichten, dass bereits vor Monaten minutiös geplant wurde, wenn der Tag x kommen mag und Griechenland aus der Eurozone austritt. Der Tag X geht in diesem Bericht noch weiter, so nenne ich ihn einmal den Tag XXL, in dem auch Szenarien beschrieben wurden, wie es aussieht wenn der Euro auseinanderbricht. Die Variante Nordeuro und Südeuro wird hier erwähnt. So sei es nicht verwunderlich, dass eben die Banken und Konzerne bereits handeln.

Ich denke an diesen Tagen oft an die Väter der Europäischen Union, insbesondere an François Mitterrand und Helmut Kohl. Wären diese beiden Persönlichkeiten in der heutigen Zeit offner und besonnener zu Handeln und zu re(a)gieren in der Lage? Ich höre oft in vielen Gesprächen den Satz “Die Politik erzählt uns noch nicht die ganze Wahrheit, es wird noch viel schlimmer kommen.”

Ob es so kommen wird, wie in der FAZ.NET beschrieben hat, oder ob meine Gesprächspartner recht behalten, wird die Zeit zeigen. Ich befürchte nur, dass die verantwortlichen und handelnden Personen nicht mehr allzuviel davon haben. So macht mir das Zitat am Ende des FAS-Artikels dann doch ein wenig Sorgen und in mir wächst der Wunsch nach eben solchen Politikern wie Mitterand und Kohl sie einmal waren, in der Hoffnung den Euro dann doch noch Retten zu können, denn die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Das klingt beängstigend, man kann es aber auch ganz anders sehen – wie einer der vielen Krisen-Berater, der ungenannt bleiben will. „Keine Sorge“, sagt er. „Der Euro mag crashen. Siemens und VW werden deshalb nicht untergehen.“


0 comments »

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

:-[ (B) (^) (P) (@) (O) (D) :-S ;-( (C) (&) :-$ (E) (~) (K) (I) (L) (8) :-O (T) (G) (F) :-( (H) :-) (*) :-D (N) (Y) :-P (U) (W) ;-)

Search the blog