Google + RSS Feed

Julia Neigel über die GEMA

0

Juli 24, 2012 by Addliss

Für alle mit chronischer Zeitnot, ein [tl;dr]

Mich verwirren einige Aussagen dieser Frau, weil sie nicht begründet, warum die Tarife umstrukturiert werden. Es wird auch nicht klar, ob sie nun Recht hat, dass es noch Verhandlungen darüber gäbe – oder ob die neuen Tarife schon gelten. Sie behauptet außerdem, viele versuchten der GEMA und den Urhebern zu schaden, begründet aber das ebenfalls nicht.

Bezüglich der GEMA und deren neuer Tarifpläne für 2013 gibt es momentan eine recht große Öffentlichkeit. Häufig werfen sich die Diskutanten vermeintliche Fakten und Argumente zu, denen man als Außenstehender zunehmend ratlos gegenübersteht. Was stimmt nun? Die Verwirrung wird mit einem Interview auf Giga.de mit Julia Neigel nicht kleiner.

Ich finde das wirklich interessant: Sie behauptet, jetzt gäbe es erst Verhandlungen mit der DEHOGA und den Clubs, weil die DEHOGA sich lange geweigert hätte. Spannend ist es vor allem deshalb, weil ich micht frage, ob diese Verhandlungen “normal” gewesen wären oder nur von der GEMA einberufen, weil sie die neuen Tarife so oder so wollten.

Was passiert also? Wird jetzt verhandelt oder nicht? Das ist wirklich sehr sehr verwirrend.

Außerdem behandelt sie die Youtube-Frage sehr parteiisch. Ja, direkt bekommen die Urheber von Youtube nichts (was ich übrigens auch ziemlich verwirrend finde, wie das mit Google geregelt ist, nichts Genaues weiß man). Dennoch gelten schlechte Konzertaufnahmen ja als Werbung, die insofern sogar für den Urheber kostenlos ist. Dann lieber die schlechten Konzerntaufnahmen und die Konsumenten kaufen sich das Album oder den Titel in bester Qualität im Download-Shop nebenan. Nunja…

Neigel behauptete in der Antwort zuvor:

Das ist die Wahrheit über Youtube und die Propaganda der Piraten. Die sagen nur: “Die Gema verweigert das Nutzungsrecht.” und haben nur ein Interesse: der GEMA zu schaden und die Urheber zu schwächen um damit deren Geschäftsmodelle und Wählerinteressen zu optimieren.

Lest euch den Satz bitte auch gern zwei- oder dreimal durch, dann erkennt ihr vielleicht, warum ich verwirrt bin. Die Piraten betreiben Propaganda, die der GEMA schaden soll. Das wäre das einzige Interesse der Piraten, achso, neben der Schwächung der Urheber. Und jetzt kommt der noch verwirrendere Part: “um damit deren Geschäftsmodelle und Wählerinteressen zu optimieren.” Worauf bezieht sich “deren”? Auf die Urheber? Das bietet sich zumindest an, denn um deren Geschäftsmodelle geht es ja eigentlich. Doch direkt nach dem verbindenden “und” folgt “Wählerinteressen zu optimieren”. Die Wählerinteressen der Urheber? Man möchte der GEMA schaden, um die Geschäftsmodelle der Urheber zu optimieren, indem man die Urheber aber mit dem Schaden an der GEMA schwächt? Und mit wessen Wählerinteressen hat das zu tun? Haben die Urheber Wählerinteressen? Oder geht es doch vielmehr um die Wählerinteressen der Piraten? Aber dann wäre es komisch, dass man auch vom Geschäftsmodell der Piraten spräche, denn sie betreiben ja eigentlich kein Geschäft.

Ich blicke hier nicht mehr durch, das ist mir absolut zu hoch. Dieser Satz ist in der Grammatik und Syntax völlig durcheinander geraten. Vielleicht lag es an Frau Neigels Aufregung, man weiß es nicht.

Stellt sich aber noch die Frage: “Warum wollen die Piraten der GEMA schaden?” Diese letzte Frage beantwortet Neigel eigentlich auch so ziemlich gar nicht. Ihr Statement dazu lautet:

Die GEMA ist der einzige wahre Vertreter der Urheber. Derzeit wird viel durch Besagte Propaganda betrieben, um Urheber zu schwächen, damit steht die GEMA am Meisten im Schussfeld – und dabei wird bewusst zuviel verschwiegen. Das halte ich für unseriös.

Danke für diese präzise Begründung, Frau Neigel. Ich weiß, geschriebene Ironie funktioniert meistens nicht so gut, daher nochmal im Ernst: Es ist absolut keine Begründung zu erkennen, warum die Piraten (oder wer auch immer) der GEMA schaden wollen würde. Es ist lediglich eine Aussage, die vor allem in ihrer Redundanz kaum zu überbieten ist. Sie fast nur zusammen, was sie im ganzen Interview vorher schon gesagt hat.

Schließlich: Das Interview steigert die Verwirrung, indem es neue Fakten aufdeckt, von denen man bisher noch nie gehört hat. Stellt sich natürlich auch hier die Frage, warum noch niemand gesagt hat, dass es nun doch erst Verhandlungen über die Tarife gäbe. Außerdem scheint mir Frau Neigel die Tiefe des Problems nicht zu durchschauen und auf kritische Fragen paranoid zu reagieren.


0 comments »

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

:-[ (B) (^) (P) (@) (O) (D) :-S ;-( (C) (&) :-$ (E) (~) (K) (I) (L) (8) :-O (T) (G) (F) :-( (H) :-) (*) :-D (N) (Y) :-P (U) (W) ;-)

Search the blog