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Motoi Yamamoto – Salzkunst

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Juli 10, 2012 by Addliss

Motoi Yamamoto - 1

Motoi Yamamoto - 1Alle möglichen Arten von Kunst sind ja möglich, aber das ist mir auch noch nicht über den Weg gelaufen: Motoi Yamamoto baut aus Salz nicht nur so kleine Häufchen, er füllt damit ganze Räume aus! Natürlich nicht einfach nur hingeklatscht, sondern er formt mit viel Präzision und Gefühl Muster auf den Boden. Das können manchmal Lindenblätter sein oder auch ganze Labyrinthe, wie ihr hier seht. Gerade die Muster, die Yamamoto benutzt, sind sehr faszinierend. Wie ihr unten sehen werdet, bricht er manchmal auch aus – und baut eine Mauer aus Salz! Einfach nur abgefahren.

Motoi Yamamoto - 2Motoi Yamamoto - 3Motoi Yamamoto - 4Motoi Yamamoto - 5

Wie man bei My Modern Met erfahren kann, hat es mit dem Salz bei Yamamoto allerdings eine besondere Bewandtnis, die nicht unbedingt erheiternd ist. 2001 begann er mit den Installationen, um seine Trauer zu verarbeiten, sich abzulenken und seine Schwester zu ehren. Diese starb 1996 nach zweijähriger Erkrankung an einem Hirntumor. Salz hat für die Angehörigen von Toten insofern eine Bedeutung, als dass es ihnen am Ende einer Beerdigung gereicht wird, damit sie sich selbst damit besprenkeln, um Böses abzuwenden.

Die sehr feingliedrige Struktur von Yamamotos Arbeiten gründet in der Idee, die er dahinter sieht: Jeder Faden, jeder kleine Teil soll zu einer Erinnerung mit seiner Schwester führen, etwas was er mit ihr verbindet. Das erzählte er jedenfalls der Japan Times:

I draw with a wish that, through each line, I am led to a memory of my sister. That is always at the bottom of my work. Each cell-like part, to me, is a memory of her that I call up, like a tiff I had with her over a pudding cake she took from the fridge. My wish is to put such tiny episodes together.

Motoi Yamamoto - 6Motoi Yamamoto - 7Motoi Yamamoto - 8

Yamamotos Kunst ist jedoch keine beständige. Nach jeder Ausstellung werden die Skulpturen und Installationen wieder zerstört. 2006 kam es auch zu einem Projekt, bei dem nach Ende der Ausstellungszeit Yamamoto mit Gästen Teile des Salzes wieder zurück ins Meer beförderte. Eine sehr schöne Geste, wie ich finde.


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