Archive for Februar, 2010

Zitat des Tages (17) – Drachen

Addliss | 27. Februar 2010 in all | Kommentare (1)

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Diese Frau war ein Drachen. Das Problem war: Sie war nicht solch eine Art von Drachen, den man zähmen und reiten wollte, sondern einer, den man eher erschlagen möchte.

Anonym


140 Zeichen

Addliss | in all | Kommentare (0)

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Witzig ist, dass bestimmt 90% der Leser, die diesen Beitrag aufrufen, bei der Phrase “140 Zeichen” sofort wissen, dass es um Twitter gehen soll. Twitter ist ein nettes Kommunikationsmedium, dass ich ja auch des öfteren nutze. Daran ist nichts Schlimmes, aber auch nichts Besonderes, denn man kann Twitter nutzen oder nicht. Man kann dadurch gewinnen, dass man es nutzt – es kann aber auch einfach nur nerven.

Die Frage, die sich weissgarnix in diesem Zusammenhang stellte, war, ob man bei Twitter intelligente Nachrichten hinterlassen kann und inwieweit es ein Intelligenz-Kriterium ist, dass man einen Punkt in weniger als 140 Zeichen auf den Punkt bringen kann. Sehr lesenswert.


Ist der Mensch nichts?

Addliss | 26. Februar 2010 in all | Kommentare (7)

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Oft schon hat sich der Mensch den Kopf darüber zerbrochen, was er ist, was ihn ausmacht. Man sprach von einem “Mängelwesen” (Gehlen), von einem “exzentrierten Wesen” (Plessner), vom “nicht festgestellten Tier” (Nietzsche) oder vom “zoon politikon” (Aristoteles). Viele Namen wurden gegeben, viele Charakterisierungen getroffen. Man hat sogar schon gesagt, der Mensch sei einfach nicht festzulegen und in dieser Flexibilität einzigartig (in gewisser Weise war das Teil vieler moderner Erklärungsversuche). Auch, dass der Mensch sich selbst zum Problem werden müsse, damit er überhaupt als Mensch gelten könne, wurde gesagt (Hans-Eduard Hengstenberg). Doch hat es immer wieder neue Ansätze gegeben und es wurde immer wieder neu versucht.

Eigentlich sind damit alle Antworten gegeben. Jeder kann sich eine “aussuchen” und wer es sehr offen haben möchte, geht mit Hengstenberg oder Plessner mit und bestätigt, der Mensch sei darin Mensch, dass er nach sich selbst suche. Was kann noch kommen? Das einzige, was noch als Antwort fehlt ist, dass der Mensch eigentlich nichts ist. Es gibt ihn nicht und es wird ihn nie geben, da er nicht eindeutig definiert werden kann.


Zitat des Tages (16)

Addliss | in all | Kommentare (0)

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wie schon in der bibel steht: der mensch lebt nicht vom crack allein

anonymer Verfasser, per Skype.

:D


Westerwave again

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Einfach ein großartiges Video!


Zitat des Tages (15) – Laozi über das Selbst und die Welt

Addliss | 25. Februar 2010 in all | Kommentare (0)

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Glück und Unglück verursachen Furcht
Leben und Tod liegen in unserem Selbst

Was heißt:
Glück und Unglück verursachen Furcht?

Glück zu erlangen,
Glück zu verlieren
ist zu fürchten

Was heißt:
Leben und Tod liegen in unserem Selbst?

Die Wurzel unserer Angst
liegt im Selbst
Wenn wir selbstlos sind
wovor sollten wir Angst haben?

Darum:
Wer die Welt als sein Selbst achtet
dem kann man die Welt überlassen
Wer die Welt als sein Selbst liebt
dem kann man die Welt anvertrauen

Dàodéjing, 13. Vom Selbst


Die Geschichte des Zugangserschwerungsgesetzes zusammengefasst

Addliss | in all | Kommentare (2)

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Marcel Rosenbach und Christian Stöcker haben bei SpOn schön die Idiotie des Zugangserschwerungsgesetzes zusammengefasst.

Nun steht die Republik vor einer ziemlich einmaligen Situation: An diesem Mittwoch hat der Bundespräsident ein durch und durch vermurkstes Gesetz unterschrieben, das mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kürze in Kraft treten wird – hinter dem aber keine einzige der im Parlament vertretenen Parteien steht.

Ich möchte dem Bundespräsidenten nicht unterstellen, seine Arbeit nicht richtig zu machen. Doch irgendwann meldete er Verfassungsbedenken an, die jetzt aber ausgeräumt scheinen, obwohl sich die Regierungs-Koalition nicht wirklich dazu geäußert hat. Für mich wirkt das ein wenig wie: “Ok, ich mache meinen Dienst nach Vorschrift. Jetzt seht mal zu, wie ihr mit diesem Scheiß klarkommt, ihr Vollhorste!” Ein kleiner Streich vom Bundespräsidenten? ;)

Ein interessanter Artikel zum Thema “partizipative Demokratie” findet sich auch bei carta.info.

Die Petition gegen Netzsperren und die Anhörung des Petitionsausschusses haben gezeigt: Über das Web ist eine neue Öffentlichkeit entstanden. Die Chancen, die die breite Diskussion von Gesetzesvorhaben bietet, sollten jetzt genutzt werden.

Ich teile Julius Enderts Optimismus bzgl. der partizipativen Demokratie zwar nicht völlig, doch man kann ihm schon einige Punkte zugeben.


Westerwave in der Huffington Post

Addliss | 24. Februar 2010 in all | Kommentare (0)

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Westerwave hat’s in die Huffington Post geschafft. Es werden Probleme deutscher Politiker (im Speziellen Oettinger und Westerwelle) mit dem Englischen geschildert:

Who in Germany stands in the public and badly English speaks will for that be punished.

So sieht’s aus! ;)

The Huffington Post | Schlechtes Englisch Goes Viral in Germany

via [Vogelmann]


Harald Lesch zum Klimawandel und Energie

Addliss | in all | Kommentare (8)

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Harald Lesch (der im übrigen schon seit alpha Centauri ein von mir sehr geschätzter Popular-Physiker ist) fehlen ein wenig die Begrifflichkeiten in der Statistik und Ethik, aber im Grunde hat er Recht. Er schneidet es im Beispiel mit der Familie an:

Der Fehler erster Art ist, wenn die Familie im See einbricht und ertrinkt. Der Fehler zweiter Art ist, dass die Familie unnötig um den See herumgeht, obwohl er begehbar wäre. Der Fehler erster Art ist in jedem Falle zu umgehen – reine Statistik.

Im Bereich der Ethik geht es um die Nutzung der (statistischen) Wahrheitstabellen (nicht im logischen Sinne). Angenommen, der Hype Klimawandel ist berechtigt und wir richten uns danach, reduzieren die Emissionen. Dann ham wir was gewonnen. Angenommen, einige (!) Klimaskeptiker haben Recht und wir richten uns danach, ändern also nichts an unseren Emissionen. Dann bleibt alles beim Alten.
Angenommen die gleichen Klimaskeptiker haben Unrecht, aber wir richten uns danach und ändern nichts. Dann könnte es ganz schön mies aussehen für uns. Angenommen der Hype um den Klimawandel wäre unberechtigt, aber wir reduzieren unsere Emissionen, da wir es nicht genau wissen. Dann haben wir nicht viel verloren, auch wenn es etwas unnötig sein sollte.
Die Tabellen ausgeschrieben haben für jede Position 4 Wertekombinationen (wahr – wir richten uns danach, wahr – wir richten uns nicht danach, falsch – wir richten uns danach, falsch – wir richten uns nicht danach). Und auch hier gilt es ganz nach statistischen Gesichtspunkten den Fehler erster Art zu vermeiden.

Ich selbst bin auch nicht so sehr überzeugt von den Berechnungen bzgl. zukünftiger Klimaentwicklung, da das Ökosystem Erde so unendlich komplex ist. Ich traue einfach keinem Menschen zu, es mittels Computersimulation darzustellen und Prognosen zu stellen. Ich störe mich auch daran, dass Theorien als Tatsachen dargestellt werden. (Hier sollte man einmal darüber diskutieren, inwiefern Wissenschaft doch etwas mit Meinung, Interpretation und Glauben zu tun hat.) Dennoch sehe ich es wie Herr Lesch: Wir haben eigentlich keine Wahl. Wir müssen verantwortlich handeln.

Es ist ein Sicherheitsargument, ja, und Sicherheitsargumente sind manchmal übertrieben (z.B. wenn man pauschal alle Egoshooter verbieten will, damit man einen Effekt auf die Aggressivität der Menschen ausschließen möchte). Doch hier halte ich das Argument für berechtigt und gut begründet, denn ganz aus der Luft gegriffen sind die Berechnungen der Wissenschaftler doch nicht.

via [Gedankenpflug]


Psalm 23

Addliss | in all | Kommentare (0)

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Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn Du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ein Psalm Davids.

Jeder, der mich kennt, weiß, wie religiös ich bin.1 Doch dieser Psalm ist, neben dem “Vater Unser”, einer der sprachlich kraftvollsten religiösen Texte, die ich je gelesen oder gehört habe. Wenn ich mir die Einheitsübersetzung oder die der Schlachter-Bibel anschaue, so bewirken die dortigen Unterschiede, dass dem Text einiges an Atmosphäre genommen wird und er an sprachlicher Kraft verliert. Selbst wenn die Übersetzung der Luther-Bibel (1984) nicht dem hebräischen Text entsprechen sollte2, so ist dieser Psalm doch sehr kunstvoll.

Eine der besten musikalischen Umsetzungen ist der Mellow-D Remix des 1999er “Vater Unser” von E Nomine. Dazu wurde der feste Sprecher von Robert De Niro (Christian Brückner) engagiert und sprach das “Vater Unser” sowie den Psalm 23 ein. Hier ist also nicht nur der Text kraftvoll, sondern auch die Stimme interpretiert ihn wahnsinnig stark. Gut, von der Musik mag jeder halten, was er will, doch ich halte sie für sehr passend. Sie drückt Ruhe aus, Kraft und verbindet transzendental anmutende Klänge mit einer einfachen wie schönen Melodie.

  1. Ich habe nichts gegen Religion, doch ich kann/will nicht glauben. []
  2. und Übersetzungen sind sowieso immer problematisch, da u.a. Mehrdeutigkeiten und Vagheiten in verschiedenen Sprachen nicht übertragen werden können []