Der ein oder andere von euch hat sicherlich schon einmal einem Poetry Slam beigewohnt. Freunde von mir nehmen manchmal sogar als Vortragende teil. Mich fasziniert die Idee sehr, doch fehlt mir, glaube ich, das Talent, so qualitative Texte zu verfassen, dass ich damit zufrieden wäre. Vielleicht sollte ich es auch öfter und mal ernsthafter mit Lyrik probieren. Aber wie auch immer – ich habe gerade einen Beitrag von Felix Roemer gesehen und gehört, der mich einerseits in künstlerischer hinsicht beeindruckt hat und andererseits bewegt. Er wird dem Thema gerecht und versprüht dabei trotzdem nicht zu viel Pathos. Aber seht selbst:
1898 veröffentlichte Ernst Haeckel, ein wichtiger Verbreiter der Darwinistischen Theorien in Deutschland – aber auch ein von den NS-Ideologen zur Begründung missbrauchter Zoologe – sein Buch “Kunstformen der Natur”. Darin zeigte er nicht nur Abbildungen von Tieren, sondern beschreibt ihre Form in Worten. Dazu stellt er auch ihre Kunstfülle und Vielfalt heraus, was sich auch in Abbildungen widerspiegelt.
Das Buch wurde vor einiger Zeit bei flickr vollständig online gestellt – die Urheberrechte dafür sind nämlich abgelaufen (Ernst Haeckel starb 1919). Die Bilder dieses Buches wurden von einem Künstler nun durch das PlugIn Fractal Explorer gefiltert und ergeben so wieder andere, ebenso kunstvolle Darstellungen:
Solche Bilder zeigen mir immer wieder, dass Technik nicht von vornherein verteufelt werden darf – man muss hier differenzieren. Ohne technische Hilfsmittel wären solch schöne und anregende Bilder aber nicht möglich. Schaut euch mal die ganze Sammlung an!
Ich bin mir noch unschlüssig, was ich davon halten soll, aber ich fürchte, das ist Satire! Wenn es ernst gemeint ist…dann weiß ich auch nicht. Die Seite heißt eltern-im-netz.de.vu (redirect zu http://elternimnetz.spacequadrat.de/). Aufmerksam geworden bin ich darauf durch Tom Beltor. Worauf er hinwies war eine Geschichte, in der eine Mutter ihren 17jährigen Sohn beim Masturbieren “erwischt” hat und ihm als erste Maßnahme den Computer entzogen hat, weil er sich darauf “Erotikfilme” angesehen hätte.
Die Aktion “Eltern fragen Eltern” beschäftigt sich dann mit dem Fall und gibt folgende Antwort:
Sie haben vollkommen richtig gehandelt! Masturbation mit 17 ist eindeutig zu früh und muss pädagogisch bestraft werden. Nur so lernt das Kind, dass Sex nicht zum Vergnügen ist, sondern ausschließlich zu Zwecken der Fortpflanzung dient und nicht zu missbrauchen ist.
Computerverbot ist eine sehr gute Maßnahme für den Anfang. Ich würde Ihnen dazu noch empfehlen, Ihrem Sohn eine Woche Hausarrest zu geben, damit er in Ruhe über seine Tat nachdenken kann. Allerdings sollten Sie auch das Gespräch mit Ihrem Sohn suchen. Setzen Sie sich an einen Tisch und diskutieren den Vorfall in der Familie. Machen Sie deutlich, dass solch ein Verhalten in Ihrem Haus nicht geduldet wird. Ihr Sohn wird das sicherlich akzeptieren.
Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.
Ein anderer Eintrag ist der über “Raser in der eigenen Straße“: Es sei ein Fehlschluss, nur die Polizei dürfe Radarkontrollen durchführen. Man solle sich selbst an ein Ortseingangsschild stellen und bei zu hoher Geschwindigkeit die “skrupellosen Raser” anzeigen. Auch sei es wichtig, Raser aus dem Verkehr zu ziehen, da ein Auto mit 96 dB eine ähnlichee Lautstärke wie eine Düsenflugzeug erzeuge. Ähm, ja.
Der dritte Eintrag, den ich erwähnen möchte, ist gar nicht so lange her. Darin meldet Frank Torthoff, die Koalition aus CDU und FDP habe sich auf den gesetzlichen Mindestlohn von 4,50 € geeinigt – 8 € seien ja auch viel zu viel!
Da ich mich, wie in den vergangenen Postings ersichtlich wird, momentan immer mal wieder an Politikerverhalten störe, ist Kabarett für mich eine Möglichkeit, das ein bisschen humorvoller zu gestalten und dennoch die Ernsthaftigkeit der Themen nicht außer Acht zu lassen. Ein von mir sehr geschätzter Kabarettist ist Volker Pispers, der jede Woche auf dem WDR 2 politische Themen auseinandernimmt. Grandios!
Auch zu empfehlen ist Dieter Nuhr, der ebenfalls dort zu finden ist. Ein für mich neues Gesicht – dennoch nicht weniger bissig und treffend – ist Fritz Eckenga. Solltet ihr euch mal anhören, es lohnt sich!
Nun, da ich ja schon bei Twitter kurz anmerkte, dass die Kabinettsbesetzung auf mich irgendwie wirkt wie: “Wer will nochmal, wer hat noch nicht?”, kommt nun eine kleine Spitze eines niederländischen Journalisten bei einer Pressekonferenz mit Horst Seehofer, Guido Westerwelle und Angela Merkel:
Schon bemerkenswert, wie Merkel auf diese kritische Frage reagiert. René von Nerdcore und seine Kommentatoren beschreiben es schon richtig: Für Merkel ist Schäuble vertrauenswürdig, da sie in seine Aktivitäten eingeweiht wird. Und wenn Parteispenden mal wieder verschwinden o.ä. bleibt es ja “in der Familie”.
Ich weiß nicht, was hier eigentlich los ist: Pressekonferenzen sind doch eigentlich dazu da, dass die Presse Fragen stellen kann. Wenn dann diese Fragen mit kurzen Antworten abgebügelt werden, in denen ganz deutlich klar gemacht wird, dass man eine unerwünschte Frage gestellt hat, macht das alles keinen Sinn mehr! Zudem: Solch eine Kritik trägt zur politischen Willensbildung bei und das ist es doch, was die Politiker eigentlich wollen sollten. Wenn man Menschen abweist, die sich an der Politik interessieren und darüber diskutieren wollen, braucht man sich nicht zu wundern, dass sich in diesem Land der viel zitierte Politikverdruss immer weiter verbreitet.
Das Interessante sind für mich Leute wie Ulrich Warncke vom Weißen Ring, der fordert, man brauche “mehr Videoüberwachung sowie schnelle und konsequente Sicherheitskräfte”. Totaler Schwachsinn in meinen Augen. Was es braucht, sind Perspektiven für die Jugendlichen, Anerkennung und sinnvolle Beschäftigungen. Sobald ein Mensch das Gefühl hat, er werde nicht gebraucht und wird nicht anerkannt, greift er zu Maßnahmen, die irgendwie dafür sorgen, dass er wenigstens wahrgenommen wird. Meistens sind die Maßnahmen auch dazu da, um vermeintliche Stärke zu demonstrieren, um wenigstens etwas an Selbstwertgefühl zu erhalten bzw. anderen die eigene “Stärke” zu zeigen. Da muss die Politik ansetzen, da müssen sich die Menschen drüber Gedanken machen, die “Verlierer” unserer Gesellschaft mit einbeziehen. Dann bilden sich für uns alle bessere Zukunftsperspektiven.
Nachdem ich mich schon in einigen Artikeln über gelesene Bücher ausgelassen habe, war mein aktuelles Projekt, endlich mal ein berühmtes Buch zu lesen, von dem viel gesprochen wird, aber das ich noch nicht kenne: “Der Schwarm”. Der Anfang ist sehr geschickt, setzt einen interessanten Konflikt, der zudem auch immer die Fragen im Leser zurücklässt: “Warum passiert das alles?” und “Wie geht es weiter?”. Allerdings ist mir die Sprache auf den ersten Blick etwas zu einfach. Sicher, es ist eine Übersetzung aus dem Englischen, wo die parataktische Satzbauweise viel verbreiteter ist. Dennoch hätte ich mir vom Autor selbst ein wenig mehr Anspruch gewünscht. Nun, man kann nicht alles haben! Also weiterhin: Gespannt sein und nicht zu früh urteilen.
Außerdem gibt es aber noch ein paar Bücher, die nun an der Reihe sind. An der Reihe sein müssen.
David Hume “Über Moral”, Ludwig Wittgenstein “Philosophische Untersuchungen” (und dazu sollte man eigentlich kennen: “Tractatus logico philosophicus”), Immanuel Kant “Prolegomena zu einer jeden Metaphysik, die Wissenschaft wird sein können” (und dazu sollte man eigentlich kennen: “Metaphysik der Sitten”), Ansgar Beckermann “Einführung in die Logik”, Pico della Mirandola “De homini dignitate” (“Über die Würde des Menschen”).
Das ist die Primärliteratur, die vorrangig bearbeitet wird. Dazu kommt natürlich die Sekundärliteratur und einzelne Aufsätze, die Primärtexte für Seminare sind. Und da sag’ mal noch einer, Studenten hätten nix zu tun…
Ich weiß grad noch nicht so genau, was ich davon halten soll, allerdings teile ich die Vorbehalte, dass das menschenrechtswidrig ist. Vielleicht könnt ihr eure Meinung dazu ja mal formulieren, ich äußere mich dann vielleicht später dazu, wenn ich meine Gedanken geordnet habe.
Ein toller, literarischer, poetischer Text von Johnny auf Spreeblick:
Bei einem großartigen Stück Musik weinen, die Fantasie und Wortgewandtheit eines Autors bewundern. Tollen Kindern beim Großwerden zusehen, albernen Quatsch mit ihnen machen, versuchen, ihnen „Gerechtigkeit“ zu erklären. Danach ein Kartenspiel gegen sie verlieren ohne zu schummeln. Im Netz auf eine Seite stoßen, die vor Liebe zum Detail nur so strotzt, auf Gleichgesinnte treffen, auf Menschen treffen, die den eigenen Horizont erweitern. Eine reizende Mail bekommen, eine nette Mail schreiben. Lustige und kluge 140 Zeichen lesen. Lustige und kluge 140 Zeichen schreiben. Verheiratet sein. Die Herbstluft schnuppern, in einen Blätterhaufen springen. Sich betrinken und am nächsten Tag ausschlafen. Über ein Grafitti staunen. Jemandem helfen. Sich helfen lassen. Feststellen, dass das selbstgemachte Essen gar nicht mal so schlecht schmeckt. Etwas richtig verstehen, das man seit Jahren falsch verstanden hat. Faulen Sex haben, wilden Sex haben. Sich darüber freuen, dass man niemanden, und zwar niemanden in der herumliegenden GALA kennt. Den Fernseher nur noch zum Videospielen oder Filmeschauen nutzen. Jemanden lieben, der einen liebt. Etwas völlig ungesundes lecker finden. Sich bei jemandem entschuldigen. Sich nach einer tollen Frau umdrehen. Etwas neues lernen. Ohne schlechtes Gewissen rauchen. Regen spüren. Ein Lächeln von einer oder einem Fremden bekommen und es erwidern. Erfolg nicht am Kontostand messen. Tränen lachen. Beim Betrachten eines Fotos einen Kloß im Hals haben. Ein Missverständnis aufklären. Papierflieger bauen, die zwei Saltos schaffen. Jemandem einen guten Tag wünschen und das auch meinen. Eine alte Lieblingsplatte wieder hören. In billigen Klamotten gut aussehen. Sich etwas teures und gutes leisten. Eine Idee haben und zugeben, dass jemand anderes die bessere hatte. Sich streiten und danach versöhnen. Älter werden und es toll finden. Mit Türken Tee trinken, sich von Chinesen China erklären lassen. Geld verdienen mit dem, was einem Spaß macht. Sich vornehmen, glücklich zu sterben. Keine Angst haben. Den Müll aus seinem Leben entfernen. Sich selbst nicht über Dritte definieren. Machen, nicht meckern. Umsetzen, nicht ankündigen.
Das Tolle: Es kann noch so viel hinzugefügt werden, was auch die Kommentatoren tun, obwohl es schon vollständig wirkt. Man beachte hier auch: Bis jetzt 1045 Tweets! Mich freut, dass die Menschen so etwas wertschätzen können.
Wenn man das Twitter-Fenster schließt, freut man sich auf "ungestörtes Arbeiten". Doch irgendwie hält man diese Ruhe schon nicht mehr aus. 9 Stunden her
Blog post incoming: Trancecube 40 http://bit.ly/bnOvum 10 Stunden her
Blog post incoming: Dinner for BMW 1000 RR http://bit.ly/d8Orlb 16 Stunden her
ich habe festgestellt, dass häufig erst seltsame Menschen interessant sind. Normale sind meist langweilig. 16 Stunden her
RT @friskyradio Chillout Sundays in full effect! Today: Waves by @addliss ! http://friskyradio.com/ (last 2 tunes) 07.03.2010